Konzepte

Die Stadt der Plätze, Parks und Promenaden

Die HafenCity bereichert Hamburg um spannende Stadträume am und auf dem Wasser. Plätze, Promenaden und Parks sind nicht nur städtebauliche Klammer, sondern auch eigenständige, das Stadtbild prägende Elemente

Die Magellan-Terrassen sind ein beliebtes Ausflugsziel in der HafenCity (© ELBE&FLUT) Bilderserie starten

Eindrucksvoll lässt sich die hohe Bedeutung der Freiräume für die HafenCity schon an wenigen Eckdaten ablesen: 25 Prozent ihrer Landflächen, immerhin 28 ha, werden zu öffentlichen Freiflächen. Die Freiflächen liegen durchweg als Parks oder Promenaden am Wasser; 10,5 km öffentliche Uferlinie entstehen. Die Wasserräume der Hafenbecken und Elbe sind zudem große Frischluftinseln und Sichträume. Zu den öffentlichen Freiräumen, die gut vernetzt und untereinander verbunden sind, kommen noch 14 Prozent private öffentlich nutzbare Freiflächen hinzu.

Mediterrane Leichtigkeit mit Hafenstrenge

Die großenteils fertiggestellten Stadträume der westlichen HafenCity wurden überwiegend vom Architekturbüro EMBT-Arquitectes Associats (Barcelona) entworfen. Kunstvoll gestalteten die Planer das Wechselspiel von Wasser und Land, hafentypisch strengere Formen kontrastieren mit mediterranen, leichten Einflüssen. Zwei große, terrassierte Platzanlagen entstanden am Sandtorhafen und Grasbrookhafen. Die Magellan-Terrassen (5.600 m2) treppen sich auf mehreren Ebenen zum Wasser hinab. Mit eher harten Oberflächen besitzt dieser amphitheater-ähnliche Platz einen urbanen Charakter mit vielen Nutzungsoptionen. Von ihm schweift der Blick über den Traditionsschiffhafen im Sandtorhafen. Dessen 5.800 m2 große schwimmende Pontonanlage hebt und senkt sich mit den Gezeiten und bietet einen festen Liegeplatz für bis zu 30 historische Wasserfahrzeuge. Nachdem im benachbarten Quartier der 6.000 m2 große Sandtorpark als erster grüner Park der HafenCity eröffnet wurde, ist dieses Freiraumensemble nun vollendet. Die Marco-Polo-Terrassen (7.800 m2) werden von Grasinseln, Holzdecks und Bäumen kleinteilig strukturiert, sie wirken geschützt, grün und weich. Am Grasbrookhafen soll mittelfristig eine Sportbootmarina in privater Regie entstehen.

Kaipromenaden verbinden diese abwechslungsreichen Stadträume miteinander. Der ebenfalls an einer Promenade liegende Vasco-da-Gama-Platz ist mit Basketballspielfläche und Außengastronomie ein beliebter Treffpunkt. Südlich der Marco-Polo-Terrassen erreicht man über den Großen Grasbrook und die öffentliche Passage im Unilever-Gebäude die neuen Elbterrassen.

Zu Fuß von der Binnenalster zum Magdeburger Hafen

Den Freiraumwettbewerb zur Gestaltung der zentralen HafenCity (Überseequartier und Magdeburger Hafen) gewannen die Architektin Beth Galí und ihr Büro BB + GG Arquitectes (Barcelona). Nach ihrem Entwurf sind die Promenade an der Osakaallee, der neue Dar-es-Salaam-Platz und der Vorplatz des Internationalen Maritimen Museums mit Granit-Natursteinplatten und Streifen aus Pflastersteinen belegt, die aus alten Kaiflächen recycelt wurden. Mit dem neuen Areal rund um den Magdeburger Hafen wachsen HafenCity und bestehende City zusammen. Binnenalster und Magdeburger Hafen sind lediglich 900 m und damit nur wenige Gehminuten voneinander entfernt und über die zentrale „Domplatz-Achse“ verbunden. Innerhalb der HafenCity werden Überseequartier, Elbtorquartier und Brooktorquartier eng miteinander verknüpft – z. B. über die Busanbrücke. An der Westseite des Magdeburger Hafens, entlang der Osakaallee, erstreckt sich eine bis zu 10 m breite Uferpromenade. Rampen, Treppen und grüne Böschungen führen vom Straßenniveau auf die historische Kaiebene. In den Höhensprung ist der NachhaltigkeitsPavillon Osaka 9 integriert, der einen Überblick über das Nachhaltigkeitskonzept der HafenCity bietet.

Am Kopf des Magdeburger Hafens ist als wichtigstes Entree zur zentralen HafenCity der Dar-es-Salaam-Platz entstanden – ein attraktiver Ort mit Südausrichtung zum Hafenbecken und mit weiten Blicken bis zur Elbe. Die Leónbrücke verbindet den Platz mit der Brooktorkai-Promenade, die entlang des Germanischen Lloyd bis zur Ericusspitze mit dem Spiegel-Gebäude führt. Gestalterische Besonderheit ist hier ein 30 m langes „Steinsofa“. WES & Partner Landschaftsarchitekten (Hamburg) gestalteten einen Großteil dieser Freiräume.

Die Promenade Ericusspitze lädt als Fortsetzung der Brooktorkai-Promenade mit einer großzügigen Stufenanlage zum Wechsel der Ebenen ein. Am Ostufer des Magdeburger Hafens entsteht bis Ende 2013 das Gebäudeensemble Elbarkaden mit einer Stadtloggia. Dieser zwei Stockwerke hohe Arkadenraum steht in enger Beziehung zu der vor ihm entstehenden Pierpromenade. Sie verbindet den Platz vor dem Kaispeicher B mit den Freiräumen an der HafenCity Universität, da die Pier unter der Baakenbrücke nach Süden weitergeführt wird und so eine Verbindung ohne Straßenquerung zum Lohsepark, dem Baakenhafen und der Elbe ermöglicht. Ein neuer Anleger ermöglicht es Barkassen hier anzulanden.

Großzügige Grün- und Spielflächen

Im Westen schafft der mit Hügeln, Bäumen und einer Spielwiese gestaltete Sandtorpark eine städtebauliche Klammer für verschiedenartige Nutzungen, indem sich die Materialien und die Bodengestaltung der Magellan-Terrassen auch auf den Freiflächen rund um den Park fortsetzen. Die Grünfläche wird auch von der angrenzenden Katharinenschule genutzt.

Mit der Fertigstellung des Grasbrookparks im Sommer 2013 findet der 850 m2 große Schatzinsel-Spielplatz dort seinen endgültigen (und erweiterten) Platz. Doch nicht nur Kinder sind im 7.100 qm großen Grasbrookpark willkommen. Für Erwachsene werden u.a. Picknicktische, Bänke und ein Spielfeld mit Trainingsgeräten integriert.