Mobilität

Ob zu Fuß oder mit dem Rad

Die HafenCity bietet nicht nur mehr Fuß- und Fahrradwege als jeder andere Hamburger Stadtteil. 70 Prozent der Fußwege werden sogar unabhängig vom Autoverkehr geführt, ein wesentlicher Anteil davon sogar direkt am Wasser. Mit Fertigstellung und Bezug der Gebäude wird das Wegenetz nun sukzessive fertiggestellt

Das Foto zeigt Fahrradfahrer auf der Dalmannkai-Promenade

Fuß- und Fahrradwege werden in der HafenCity oft abseits vom Autoverkehr geführt – und stattdessen attraktiv direkt am Wasser (© ELBE&FLUT)

Auf das Auto lässt sich in der HafenCity gut verzichten: Die zentrale innerstädtische Lage und die feinkörnige Nutzungsmischung des neuen Stadtteils machen weite Wege oft unnötig. Fußgängern werden in der HafenCity daher zweieinhalbmal mehr Wegkilometer zur Verfügung gestellt als Kraftfahrern. In anderen Stadtteilen fällt das Verhältnis von Fußwegen zu Autostraßen weit weniger günstig aus; beispielsweise liegt es im gefragten Gründerzeit-Viertel Eimsbüttel bei gleicher Baudichte nur bei 5:4.

Auch in punkto Effizienz überzeugt das Wegenetz der HafenCity. Da hier kaum langgestreckte riegelförmige Strukturen entstehen, müssen Fußgänger selten zeitraubende Umwege in Kauf nehmen: Zwischen vielen frei stehenden Einzelgebäuden werden Durchgänge geboten. Teilweise sind Passanten hier zwar auf privatem Grund unterwegs, doch die Grundstückseigentümer haben sich vertraglich verpflichtet, solche Durchgänge dauerhaft offen zu halten. So besteht für Fußgänger – und auch für Fahrradfahrer – häufig die Auswahl zwischen mehreren Strecken, die alle zum selben Ziel führen.

An vielen Orten werden sogar zwei Wege parallel zueinander geführt. Denn Hochbauten, Straßen und viele Fuß- sowie Fahrradwege entstehen in der HafenCity auf hochwassersicheren Warften 7,5 bis 8 m über Normalnull. Direkt an den Kaikanten verbleiben teils sehr breite Uferstreifen allerdings auf historisch niedrigem Niveau von 4 bis 5,5 m über Normalnull. Sie werden vor allem als Promenaden und Plätze für Fußgänger und Fahrradfahrer gestaltet. Treppen und Rampen stellen – auch für Radfahrer sowie Menschen mit Mobilitätseinschränkung nutzbare – Verbindungen zwischen den verschiedenen Höhenniveaus her; sie gestalten ebenso attraktive wie unmittelbare Wasserbezüge. 

Der Elbradweg wird ebenfalls in der HafenCity fortgesetzt. Er kann – wie alle anderen Radwege – sogar ohne eigenes Fahrrad genutzt werden: Seit Juli 2010 stehen die roten Leihfahrräder des neuen Hamburger Fahrradleihsystems am Unilever-Gebäude auf dem Strandkai zur Verfügung, weitere Stationen werden folgen. Wer dennoch lieber mit dem eigenen Rad fährt, findet auch dafür zahlreiche Stellplätze vor.

Das Wegenetz in der HafenCity zeichnet sich also unter anderem durch seine Attraktivität und Effizienz aus; wichtigstes Kriterium bei der Planung war aber die Sicherheit seiner Nutzer, die durch eine geschickte Streckenführung gewährleistet wird: Rund 70 Prozent der Fahrrad- und Fußwege verlaufen auf Promenaden, Plätzen oder Stegen abseits vom Autoverkehr. Darüber hinaus entstehen an Fahrbahnen mit täglich mehr als 10.000 Fahrzeugbewegungen Fahrradwege oder Fahrradstreifen. Wie auch die abseits vom Autoverkehr geführten Fahrradwege werden sie sukzessive nach Fertiggestellung oder Bezug aller Hochbauten einer Straße oder eines Quartiers angelegt.

In Anliegerstraßen setzen die Planer auf das Prinzip des Mischverkehrs: Rad- und Autofahrer teilen sich hier eine gemeinsame Fahrbahn. Erkenntnisse aus der Verkehrsforschung belegen, dass auf weniger befahrenen Straßen die Rücksichtsnahme der Autofahrer zu- und die Unfallgefahr somit abnimmt. Allzu oft werden Fahrradfahrer oder Fußgänger dem Autoverkehr also nicht begegnen. Wo dies dennoch der Fall ist, wird ein sicheres Nebeneinander der verschiedenen Verkehrsteilnehmer gewährleistet. Mittlerweile wird auch die Planung für "shared spaces" mit festgeschrieben; so wird es diese in den Quartieren Baakenhafen und Strandkai geben.