Mobilität

In drei Minuten vom Jungfernstieg an die Elbe

Öffentliche Nahverkehrsdienste übernehmen die flächendeckende und effiziente Erschließung der HafenCity. Zentrale Verkehrsader ist dabei die neue U-Bahn-Linie U4, die durch Busse, Leihräder und Fähren ergänzt wird

Das Foto zeigt eine Bushaltestelle in der HafenCity

Zusätzlich zu den Bussen fährt die neue U-Bahnlinie U4 in die HafenCity (© Julia Sippel)

Eine Hauptrolle bei der Anbindung des neuen Stadtteils ans übrige Stadtgebiet übernimmt der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV). Er gewährleistet die ökologisch wie auch ökonomisch und sozial nachhaltige Erschließung des neuen Stadtteils: Ohne ÖPNV wäre das von künftig mehr als 100.000 Nutzern pro Tag erzeugte Verkehrsaufkommen kaum effizient zu bewältigen.

Zentrale Verkehrsader des ÖPNV ist die U-Bahn-Linie U4. Seit dem 28. November 2012 stellt sie eine direkte Verbindung zwischen den drei wichtigsten Umsteigehaltestellen im Hamburger Schnellbahnnetz (Jungfernstieg, Hauptbahnhof und Berliner Tor) mit der HafenCity her. Vom Jungfernstieg beträgt die Fahrzeit bis zur Haltestelle Überseequartier dann gerade mal drei Minuten. Die Station HafenCity Universität in der zentralen HafenCity nahm den Betrieb ebenfalls auf. Eine weitere Station soll bis 2017/18 im Osten an den Elbbrücken errichtet werden.

Rund 35.000 Fahrgäste täglich werden die U4 nutzen, wenn die HafenCity vollständig ausgebaut ist; das entspricht umgerechnet etwa 26.000 eingesparten Pkw-Fahrten pro Tag.

Die U4 ergänzt die unmittelbar nördlich an die HafenCity führenden U-Bahnen U1 (Haltestelle Meßberg) und U3 (Haltestelle Baumwall, nahe der Elbphilharmonie). Zwei Buslinien erschließen weiterhin die HafenCity und stellen zusätzliche Verbindungen zu Knotenpunkten des Hamburger Nahverkehrs her. Die Linie 6 verkehrt über die Straße Am Sandtorkai Richtung westliche HafenCity und Speicherstadt. Die Buslinie 111 durchquert den neuen Stadtteil von Altona kommend über Baumwall (Station U3) bis zur Shanghaiallee. Auf der Linie 6 fahren sogar besonders umweltfreundliche Brennstoffzellen-Busse durch die HafenCity. Diese seit 2004 im Hamburger Linienverkehr eingesetzte Technologie wird konsequent weiter ausgebaut; derzeit entsteht in Hamburg die weltweit leistungsfähigste Infrastruktur für emissionsfreien Verkehr. Allein im Zeitraum 2010 bis 2013 wird die Hochbahn 20 neue Brennstoffzellen-Busse in Betrieb nehmen. Nahe der Oberbaumbrücke, dem zentralen Entrée der HafenCity an der Ericusspitze, können sie an einer Wasserstoff-Station betankt werden.

Andere Verkehrsmittel ergänzen U-Bahn- und Bus-Dienste. Zu Wasser bedient ebenfalls ab 9. Dezember 2012 die Fährlinie 72 der HADAG den neuen Anleger Elbphilharmonie. Die Linie startet an den Landungsbrücken und läuft außerdem die Station Arningstraße am gegenüberliegenden Ufer der Elbe an. Zwei weitere Fähranleger sollen folgen – an der HafenCity Universität und an den Elbbrücken. Dazu kommen verschiedene Barkassenanleger, u. a. im Magdeburger Hafen und im Baakenhafen.

Seit Sommer 2009 betreibt die Deutsche Bahn ihr in mehreren Städten bereits erfolgreiches Fahrradleihsystem auch in Hamburg. Allein in der HafenCity können die roten Räder künftig an vier Stationen entliehen werden, die ersten drei sind seit Herbst 2010 am Unilever-Gebäude auf dem Strandkai, an der Straße Am Kaiserkai und an der Osakaallee (gegenüber dem Hotel 25hours HafenCity) entstanden.

Schon jetzt besteht also ein gut ausgebautes ÖPNV-Netz in der HafenCity, das gemeinsam mit dem Stadtteil weiter wachsen wird, vor allem Richtung Osten und Süden, denn eine Fortführung der Verkehrsinfrastruktur über den Stadtteil hinaus wird bereits intensiv geplant. Die U4 endet zurzeit an der Haltestelle HafenCity Universität; eine weitere Station der U4 soll nördlich der Elbbrücken entstehen, wo sie sich mittelfristig auch mit der S-Bahn verknüpfen ließe.