Mobilität

Innovative Lösungen für den Individualverkehr

Ein Netz hochwassersicher angelegter Straßen erschließt die HafenCity und stellt Verbindungen zum übrigen Stadtgebiet her. Der ruhende Verkehr verschwindet fast vollständig in den großzügig angelegten Tiefgaragen; Straßennebenräume lassen sich daher attraktiv als Freiraum gestalten

Das Foto zeigt Autos auf der Brooksbrücke, im Hintergrund ist das Oval am Kaiserkai zu sehen

Mit täglich etwa 90.000 Autofahrten wird in der fertiggestellten HafenCity gerechnet. Zurzeit stellen vier bereits bestehende Straßenbrücken die Verbindung zum bestehenden Stadtgebiet her (© ELBE&FLUT)

Vier bereits bestehende Straßenbrücken stellen die Anbindung der HafenCity zur Hamburger Innenstadt her. Die südlich der Speicherstadt in Ost-West-Richtung verlaufenden Straßen Am Sandtorkai und Brooktorkai dienen als zentrale Erschließungsachse. Von ihr aus wird der Verkehr durch mehrere Straßen in Richtung Süden aufgefächert, wobei vor allem die Shanghaiallee und die Osakaallee eine entscheidende Rolle spielen. Die östliche HafenCity erschließen Überseeallee und Versmannstraße, die den Verkehr bis zu den Elbbrücken leiten.

Das gesamte Straßennetz wurde auf hochwassersicherem Niveau von 7,50 bis 8 m über Normalnull angelegt. Ausnahmen bilden nur die Straße Am Sandtorkai und Teile der Straße Brooktorkai. Eine Aufhöhung hätte hier den Charakter und die Nutzung der angrenzenden historischen Speichergebäude stark eingeschränkt.

Straßennebenflächen samt Fußwegen und Parkbuchten werden sukzessive und in enger Abstimmung mit dem Hochbau entwickelt. Da die Straßen zunächst durch Baufahrzeuge stark beansprucht werden, wurden sie anfangs mit einer provisorischen Verschleißschicht versehen. Ihre endgültige Deckschicht erhalten sie zu einem späteren Zeitpunkt.

Trotz der im Stadtteil erwarteten 90.000 Autofahrten pro Tag können Belastungen durch den motorisierten Individualverkehr deutlich reduziert werden. Wesentliche Gebiete, beispielsweise fast das gesamte zentrale Überseequartier sowie die rund 27 ha großen Freiräume im Stadtteil, bleiben autofrei. Und nahezu der gesamte ruhende Verkehr verschwindet in den als Hochwasserschutz entstehenden Warften beziehungsweise Gebäudesockeln; insgesamt bieten diese Tiefgaragen zukünftig bis zu 26.000 Stellplätze. Um die Effizienz des Verkehrs zu steigern, wurde die HafenCity auch in das Parkleitsystem der Innenstadt mit mindestens drei öffentlichen Parkhäusern (Speicherstadt, Überseequartier und Elbphilharmonie) integriert.

Da oberirdisch nur begrenzt Parkflächen gestellt werden müssen, lassen sich die Straßennebenräume in der HafenCity gleichzeitig als attraktive Freiräume gestalten. Mit Bäumen bepflanzt und mit hochwertigem Stadtmobiliar ausgestattet, laden sie – oft direkt am Wasser – zum Flanieren und Verweilen ein.