Stadträume

Der Lohsepark: Central-Park der HafenCity

Der Lohsepark wird die mit 4 ha größte zusammenhängende Grünfläche der HafenCity. Wie ein grünes Band zieht sich der Central Park von Wasser zu Wasser

Illustration des Lohseparks vom Süden aus.

Eine Freitreppe bildet den südlichen Abschluss des Lohseparks (© Michael Korol) Bilderserie starten

Basierend auf dem auf der Grundlage des städtebaulichen Masterplans entwickelten Freiraumkonzepts der Vogt Landschaftsarchitekten AG (Zürich) ist der Lohsepark mit über 4 ha Gesamtfläche die größte zusammenhängende Grünanlage der HafenCity mit weitreichenden stadträumlichen, sozialen und ökologischen Funktionen.

Unterstrichen durch eine Sichtachse mit über 500 Bäumen vorwiegend heimischer Arten wie Linden, Eichen, Hainbuchen sowie Kirsch- und Apfelbäumen erstreckt sich der Park wie ein langes grünes Band von Wasser zu Wasser, vom Ericusgraben im Norden bis hin zum südlich gelegenen Baakenhafen. Neben weiträumigen Rasenflächen mit im Frühjahr blühenden Krokus- und Blausternteppichen bietet die gesamte Parkanlage zahlreiche Spiel- und Aufenthaltsangebote für alle Besuchergenerationen, etwa ein Gemeinschaftshaus mit Kinderspielplatz sowie ein Café.

An den Längsseiten schließen Terrassen zur Straße auf und schaffen eine barrierefreie Verbindung der Grünfläche mit den umgebenden städtischen Quartieren und vermitteln so zwischen den bebauten Strukturen und dem Freiraum.

Im räumlichen Kontext der gesamten Stadt Hamburg ist der Lohsepark die Fortsetzung des innerstädtischen Wallrings, der als Grüngürtel von den Landungsbrücken, über Planten un Blomen und den Hauptbahnhof bis hin zu den Deichtorhallen rund um die Hamburger Innenstadt verläuft. Der Lohsepark verlängert als „Central-Park“ diesen grünen Ring und führt ihn durch die HafenCity zurück zur Elbe. Mit der Eröffnung des Lohseplatzes zum Evangelischen Kirchentag 2013 wurde der erste Parkabschnitt fertiggestellt, weitere Teilflächen werden sukzessive eröffnet.

Da das während des Kriegs stark beschädigte und im Jahr 1955 vollständig gesprengte Gebäude des Hannoverschen Bahnhofs genau dort stand, wo der Lohsepark entsteht, wird im Zuge der Parkgestaltung ein angemessen würdevoller Ort des Gedenkens an die Opfer der Deportationen von Juden, Roma und Sinti aus Hamburg errichtet – an einem authentischen Platz, der gleichzeitig Teil des öffentlichen Alltagsraums der zentralen Innenstadt ist. Eine diagonal den Lohsepark durchziehende Fuge nimmt den Verlauf der ehemaligen Gleisanlagen auf und verbindet die noch vorhandenen Überreste des Bahnsteigs 2 mit den Fragmenten des einstigen Bahnhofsvorplatzes am Lohseplatz.

Der landschaftsplanerische Entwurf für den Lohsepark sieht vor, dass variierende topographische Höhenniveaus den gesamten Gedenkort behutsam in den öffentlichen Raum integrieren. Insgesamt drei Staffelungen führen von der historischen Ebene mit ihren 5,4 Metern Höhe über die eigentliche Parkebene mit 6,5 Metern hinauf zum Stadtniveau von 8 Metern (jeweils über NN). Die Terrassen und Böschungen dienen dabei als verbindende Elemente zwischen den verschiedenen Ebenen und gleichzeitig als Aufenthaltsflächen. Während vier der Terrassen parallel zur Straße verlaufen, schiebt sich eine fünfte schräg in die Rasenfläche. Diese Terrasse ergänzt nicht nur die Pflasterfläche mit den Bäumen als Fragment des ehemaligen Lohseplatzes, sondern zeichnet auch einen weiteren, heute nicht mehr existierenden Teil des historischen Bahnhofes stilisiert nach und wird damit auch zum räumlichen und symbolischen Bindeglied zwischen den verschiedenen Ebenen.

Spätestens im Jahr 2019 steht der gesamte Lohsepark mit der Gedenk- und Dokumentationsstätte am Ort des ehemaligen Hannoverschen Bahnhofs als klassischer öffentlicher Volkspark allen Menschen zur Verfügung.