Quartier Baakenhafen

Wohnen, Freizeit und Arbeiten in doppelter Wasserlage: Am größten Hafenbecken der HafenCity entsteht eine dichte Mischung aus intensiver Wohn- und Freizeitnutzung, grünen Freiräumen und Arbeitsplätzen

Das Foto zeigt einen Lastkran am Baakenhafen. Im Hintergrund sieht man die Baustellen der westlichen HafenCity.

Aus ehemaligem Hafenareal wird ein urbaner Lebensraum: das Quartier Baakenhafen (© ELBE&FLUT) Bilderserie starten

Innerhalb weniger Jahre entwickelt sich rund um den Baakenhafen ein urbanes Wohn- und Freizeitquartier mit 1.800 teilweise öffentlich geförderten Wohnungen und ca. 5.000 Arbeitsplätzen. Es entstehen vielfältige Sport- und Freizeiteinrichtungen, Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie, Hotels, eine Grundschule und großzügige begrünte Freiräume sowie Promenaden. Im Zentrum des Quartiers sind sechs im Wasser stehende Wohntürme, die „Wasserhäuser HafenCity“, vorgesehen.

Die Anhandgabe für das erste Baakenhafen-Grundstück ist bereits erfolgt. Auf dem Baufeld 81 a/b, im Nordwesten des Hafenbeckens direkt am Wasser gelegen, soll der „Campus Futura“ entstehen, ein Jugendgästehaus mit 480 Betten und vielfältigen Sport­möglichkeiten sowie geförderten und frei finanzierten oder preisgedämpften Mietwohnungen. Weiterhin sind ein privates Blues-Museum und andere publi­kumsbezogene Einrichtungen in den Erdgeschossen geplant. Bauherren sind DS-Bauconcept aus Ham­burg mit der österreichischen JUFA-Gruppe.

Am Baakenhöft, der westlichsten Spitze des Quartiers, sieht der Masterplan ein be­sonderes Gebäude mit 70 Metern Höhe vor. Die Nutzung dieses prominenten Leitgebäudes, ob öffentlich oder privat, wird im weiteren Verlauf entschieden – voraussichtlich sogar erst in zehn Jahren.

Bis dahin ist die Zwischennutzung durch ein spannendes Kultur- und Freizeitangebot mit Schiffsanlegeflächen, Freiflächen und einer ca. 8.000 m2 großen Halle geplant. Die Ausschreibung der Nutzung erfolgt 2013.

Geschützte Höfe an der Elbe

Den städtebaulichen Wettbewerb für das Baakenhafen-Quartier hatte im August 2011 das Büro APB Architekten (Hamburg) für sich entscheiden. Der mittlerweile verfeinerte und zu einem Funktionsplan verdichtete Siegerentwurf überzeugt insbesondere mit der moderaten Höhenstaffelung der geplanten Gebäude. Durchweg sind Gebäude mit vier bis sieben Geschossen, halboffene Blockstrukturen sowie einige kleinere, offene Varianten vorgesehen. Das südliche Teilareal erhält zur Elbseite hin eine Bebauungsstruktur mit großzügigen Höfen, die sich zur Elbe hin öffnen und dennoch eine prägnante Stadtkante ausbilden.

Die rhythmisierte Blockbebauung der nördlich,  zwischen Hafen und Versmannstraße gelegenen Grundstücke mit ihren unterschiedlich genutzten Gebäuden, gewährleistet einen gewissen Schutz vor den Lärmemissionen der Versmannstraße und der Bahntrasse: Zur Straße einen Riegel bildend, öffnen sich die Gebäude rückwärtig hin zum Baakenhafen. Dank dieser städtebaulichen Konzeption werden die zum Wasser ausgerichteten Höfe ebenso vom Lärm abgeschirmt wie die Wohnlagen, die durchweg auch eine lärmgeschützte Seite erhalten sollen.

Grüne Freizeitinsel im Hafenbecken

Im April 2012 entschied das Atelier Loidl (Berlin) den international ausgelobten Freiraumwettbewerb für sich. Der Siegerentwurf verbindet die abwechslungsreich geplanten Freizeitnutzungen geschickt mit der besonderen Hafenatmosphäre des Baakenhafenquartiers und überzeugt mit einer spannungsreichen Topografie. Das Herzstück der Freiraumplanung ist die 1,5 ha große Freizeitinsel im Baakenhafen. Mit ihrer 3.000 m2 großen Erholungsfläche, einem Spiel- und Gemeinschaftshaus sowie großzügigen Grünflächen stellt sie ein zen­trales Freizeitangebot für Bewohner und Besucher dar – ganz besonders für Familien. Eine Fußgänger­brücke nach Norden schafft zudem eine weitere räumliche Integration zwischen den beiden Landlagen.

Südlich daran angrenzend übernimmt ein lebendiger Marktplatz zentrale Integrationsfunktionen. In den umliegenden Erdgeschossen sind großflächiger Einzelhandel sowie mindestens 25 kleinere Läden und Dienstleister geplant. Auch die zweite Grundschule der HafenCity soll in unmittelbarer Nähe des Platzes entstehen.

Der Baubeginn ist für 2015 vorgesehen. Die Entwicklung der Nahversorgung im Quartier wird als Qualitätsanker für das Woh­nen frühzeitig etabliert. Das Quartier soll 2020 bis auf Einzelvorhaben im Nordosten fertig gestellt sein.

Wegweisende Wasserhäuser

Ein Wegweiser für den anspruchs­vollen Gesamtcharakter des Quartiers ist auch der Architekturwettbewerb für die im Hafenbecken stehenden, sechs nachhaltigen Wohntürme „Wasserhäuser Ha­fenCity“. Diese sollen künftiges Wohnen in der HafenCity nicht nur am Wasser, sondern auch über dem Wasser ermöglichen. Hierfür wurde im Juli 2012 ein architektonischer Ideenwettbewerb mit internationaler Beteiligung ausgelobt, bei dem exemplarisch das Gestaltungskonzept für ein Häuserpaar entwickelt werden sollte.

Aufgrund der komplexen Anforderungen an das Thema „Bauen im Wasser“ wurde der Wettbewerb vor der Bauherrenausschreibung von der HafenCity Hamburg GmbH durchgeführt. Sechs renommierte nationale und internationale Büros wurden eingeladen,  Wettbewerbsentwürfe einzureichen. Die Jury, unter Mitwirkung von politischen Vertretern und Bewohnern der HafenCity, vergab insgesamt drei Preise. Während der 1. Preis an Shigeru Ban Architects Europe (Paris) ging, erhielt das Studio Gang Architects (Chicago) den 2. Preis. Szyszko­witz-Kowalski + Partner ZT GmbH (Graz) wurde mit dem 3. Preis ausgezeichnet. Da jedoch alle drei Beiträge sehr positiv bewertet wurden und der Jury als realisie­rungswürdig erschienen, wird nun geprüft, ob die Entwürfe auch in Kombi­nation verwirklicht werden können.  Als ein weiterer attraktiver Freiraum wird die fast 1 km lange und bis zu 30 m breite, zum großen Teil begrünte Promenade entlang der Elbe geplant. Auch der Elberadweg knüpft hier an und wird die östliche HafenCity mit der Erholungsinsel Entenwerder verbinden. Indoor- und Outdoor-Sporteinrichtungen können entlang der Versmannstraße entstehen.

Verkehrlich perfekt angebunden

Verkehrlich wird das Quartier Baakenhafen hervorragend erschlossen sein. Bereits 2011 wurde mit dem Bau der Erschließungsstraßen und mit der Sanierung der historischen Kaimauern begonnen. Bis 2016 wird die zentrale Versmannstraße auf das flutgeschützte Niveau von mehr als 8 m ü. N.N. aufgehöht und für zukünftige Verkehrsanforderungen ausgelegt. Parallel zum Straßenbau erfolgt die Verlängerung der U4 von der Haltestelle HafenCity Universität bis zur Haltestelle Elbbrücken. Die U-Bahnlinie befindet sich bis zur Baakenwerder Straße unterhalb der umgestalteten Versmannstraße und taucht dann in Richtung der Elbbrücken bis auf Brückenhöhe auf.

Insgesamt drei neue Brücken werden in Nord- und Südrichtung das Baakenhafenquartier intern und extern vernetzen. Dabei ist die neue Brücke Baakenhafen West zwischen dem nördlichen Abschnitt an der Versmannstraße und südlicher Halbinsel das zentrale Verbindungsglied innerhalb des Quartiers. Die elegante Stahlkonstruktion von Wilkinson Eyre Architects (London) und dem Ingenieurbüro Happold (Berlin) bindet das südliche Areal zudem direkt an die U4-Station HafenCity Universität sowie an die am Lohsepark geplante weiterführende Schule und das Überseequartier an. Mittelfristig kann die Brücke Baakenhafen West als Elbquerung noch bis zum Kleinen Grasbrook auf der Südseite der Norderelbe weitergeführt werden. Überdies ist das Mittelstück der Brücke aushebbar, große Schiffe können somit weiterhin in den Baakenhafen verlegt werden.