Stadträume

Vielseitige Freiräume im und am Überseequartier

Kontrastreiche Freiräume kennzeichnen das zentrale Überseequartier. Im Fokus der Freiraumplanung für das pulsierende Herz der HafenCity steht der Überseeboulevard, doch zugleich finden sich auch geschütztere und privatere Orte

Die Illustration zeigt die Promenade an der Osakaallee

Parallel zur Osakaallee entsteht eine bis zu 12 Meter breite Promenade. Rampen, Stufen und Grünboschungen verbinden das hochwassergeschützte Straßenniveau mit dem Magdeburger Hafen. (© Michael Behrendt; Quelle: Überseequartier Beteiligungs GmbH) Bilderserie starten

In kontrastreichen Freiräumen findet der dichte Nutzungsmix des Überseequartiers seine Entsprechung: Mal öffnen sich diese zu großzügigen Boulevards, Plätzen oder Terrassen, mal bieten sie geschütztere Räume; mal laden sie zum Flanieren, dann wieder zum Verweilen ein. Für die Freiraumgestaltung des Überseequartiers, der beiden Ufer des Magdeburger Hafens und des St. Annen Platzes wurde im Jahr 2006 ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben. Die Siegerin dieses Freiraumwettbewerbs – die Architektin Beth Galí mit ihrem Büro BB + GG Arquitectes aus Barcelona – sieht für sämtliche Stadträume übergreifende Bodenbeläge aus braunem, grauem und rötlichem Granit vor. Längsstreifen betonen den Überseeboulevard; die Bereiche um den St. Annen Platz und den Magdeburger Hafen heben sich durch Querstreifen davon ab. Mit dem Vorplatz des Internationalen Maritimen Museums Hamburg wurde der erste Stadtraum des Gebiets bereits eröffnet.

Erkennbar nimmt auch die bis zu 12 Meter breite Wasserpromenade entlang der Osakaallee Gestalt an. Rampen, Stufen und Grünböschungen verbinden das  hochwassergeschützte Straßenniveau mit dem Magdeburger Hafen. In diesen Höhensprung ist ein Uferpavillon integriert, der langfristig für Gastronomie genutzt werden soll. Im "European Green Capital"-Jahr 2011 wird hier eine Ausstellung zu den Nachhaltigkeitsaspekten der HafenCity gezeigt, ein Beitrag zu Hamburgs Präsentation als "Umwelthauptstadt Europas 2011".

Entlang des Magdeburger Hafens und des sich im Norden anschließenden Brooktorhafens entstehen qualitätsvolle Wegeverbindungen – sowohl durch Promenaden, welche die Wasserplätze komplett umlaufen, als auch durch neue Plätze und Brücken. Auf der Brooktorkaipromenade gibt seit Herbst 2010 ein 30 Meter langes Steinsofa Aussichten über die Hafenbecken frei. Anfang 2011 wird eine neu eingesetzte Fußgängerbrücke diese Promenade über das St.-Annen-Fleet mit dem Überseequartier verbinden.

Architektonischer Höhepunkt am Ostufer des Magbeburger Hafens ist ein zwei Stockwerke hoher Arkadenraum, der ab 2012 nutzbar sein wird. Diese sich zum Wasser hin öffnende "Stadtloggia" verläuft dann parallel zu einem auf alten Pfählen neu konstruierten Pier entlang des Magdeburger Hafens.

Neben dem Magdeburger Hafen ist der Überseeboulevard ein wichtiger Kern der Freiraumplanung. Wie ein mäandrierender Fluss läuft der Boulevard von Norden nach Süden durch das gesamte Quartier und lässt durch geschwungene Laufwege und Fassaden abwechslungsreiche Stadträume entstehen. Auch in seiner Breite variiert der Boulevard und öffnet sich an manchen Stellen zu Plätzen. Auf der gesamten Fläche, also auch an den Uferpromenaden des Magdeburger Hafens und am St. Annen Platz, spielt Beth Galí mit Höhenunterschieden: Rampen, Treppen oder Terrassen verbinden verschiedene Ebenen und schaffen geschütztere Stadträume im ansonsten quirligen Überseequartier.

Eine hohen Stellenwert räumt die Architektin der Beleuchtung ihrer Stadträume ein. Sitzbänke werden beispielsweise teils von unten angestrahlt; dabei entstehen "Lichtflecken", die geschickt die Linienführung des Überseeboulevards nachzeichnen.