Leben

Dienstleister in der HafenCity: vom Friseur bis zum Zahnarzt

Ob im Finanz-, Gesundheits- oder Wellnesssektor, schon heute bietet die HafenCity ein breites Spektrum von Dienstleistungen. Die Verbundenheit zwischen Dienstleistern und Kunden geht dabei im neuen Stadtteil oft weit über ein gewöhnliches Geschäftsverhältnis hinaus

Das Foto zeigt Friseurmeisterin Melanie Brünker bei der Arbeit in ihrem Salon

Melanie Brünker wohnt nicht nur in der HafenCity, sie betreibt auch den ersten Friseursalon des Stadtteils. Zwei Jahre nach der Eröffnung schreibt sie schon schwarze Zahlen (© Bina Engel)

Als Friseurmeisterin Melanie Brünker, 27, vor zwei Jahren aus Billstedt in die HafenCity zog, stand sofort fest, dass sie hier auch ihren geplanten Salon eröffnen wollte: "Mir war es wichtig, etwas für den Stadtteil beizutragen. Und einen Friseur gab es hier noch nicht, obwohl doch jeder einen braucht."

Ein passendes Ladenlokal fand sie sogar direkt gegenüber ihrer Wohnung am Kaiserkai. Dass Wohnen und Arbeiten jetzt so nah beieinander verortet sind, verlangt Brünker zwar eine gewisse Selbstdisziplin ab: "Ich muss mich abends ein bisschen zusammenreißen, damit Blicke und Gedanken nicht immer wieder zum Salon rüberwandern." Doch das Angebot, sich nur wenige Schritte vom Wohn- oder Arbeitsort entfernt die Haare schneiden oder eine neue Frisur machen zu lassen, wird inzwischen von vielen HafenCity-Nutzern sehr gut angenommen – schneller als gedacht, schreibt Melanie Brünker schwarze Zahlen.

Viele der neuen Dienstleister decken jetzt bereits einen in ihrer Nachbarschaft entstandenen Bedarf ab und ihre Angebote werden vor allem von Bewohnern und Beschäftigten verstärkt wahrgenommen. Mit der Anziehungskraft des neuen Stadtteils wächst auch die Zahl von Kunden aus dem übrigen Hamburger Stadtgebiet.

Manche kommen jetzt extra wegen eines Haarschnitts in die HafenCity, andere wegen eines Arzttermins in eine der modernen Praxen des Viertels. Selbst Wartezimmer wie das von Christian Urselmann, 34, werden so zu Begegnungsräumen. Im Mai 2008 eröffnete der vorher in Ottensen angestellte Zahnarzt zusammen mit seiner Frau Eveline eine eigene Praxis am Kaiserkai; außerdem unterhält Zahntechnikermeister Thomas Graf seine Werkstatt in den Räumlichkeiten.

Befreundete Innenarchitekten haben die Praxis individuell gestaltet. Alle Behandlungszimmer bieten Ausblicke auf die Magellan-Terrassen und den Traditionsschiffhafen. "Das lenkt die Patienten hoffentlich ein wenig ab", sagt der Zahnarzt schmunzelnd. Die Erwartungen des Ehepaars haben sich "absolut erfüllt, die Resonanz ist wirklich super", so Christian Urselmann. Von seinen Patienten zeigt sich das Praxisteam überrascht und erfreut. "Das Feedback ist sehr gut und schnell entstehen auch private Kontakte", berichtet Eveline Urselmann. "Man ist hier sehr interessiert aneinander und auf Freundschaften aus – wir sind schon öfter von Patienten zu Geburtstagsfeiern eingeladen worden. Das erlebt man als Zahnarzt sonst normalerweise nicht."

Doch die HafenCity ist eben kein normaler Stadtteil und deshalb begnügen sich viele Anbieter nicht mehr damit, einfach ihre Dienstleistungen zu erbringen. Gleichzeitig wollen sie ihren Anteil zur hier entstehenden, neuen Urbanität beisteuern. So ist auch Ivan Pucic überzeugt, am Kaiserkai eine besondere Filiale der Haspa zu leiten. "Viele Firmen und Bewohner fühlen sich hier als Pioniere, deshalb bringen sie sich mit dem entsprechenden Pioniergeist ein."

Inzwischen habe der Stadtteil eine Eigendynamik entwickelt – die Pucic mit seinem vierköpfigem Team gerne weiter fördert. Beispielsweise leistet er Hilfestellung, wenn es um die Organisation von Festen in der Nachbarschaft geht, oder bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs von gemeinnützigen Vereinen in der HafenCity. Beim Spielhaus HafenCity e.V. hat sich die Haspa darüber hinaus sogar als Spenderin engagiert. "Uns ist wichtig, nicht nur die Bank vor Ort zu sein, sondern auch wirklich zum Stadtteil zu gehören", erklärt Pucic.

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