Wohnen

Ein Stadtteil für die ganze Familie

Kurze Wege zu Kita und Grundschule, zentrale Lage und wachsende Grünflächen: Die Familien in der HafenCity wissen die Vorteile ihres Stadtteils zu schätzen

Das Foto zeigt Familie Enge auf den Marco-Polo-Terrassen

Familie Enge freut sich über die anspruchsvoll gestalteten Grünflächen und die umfassende Kinderbetreuung in der HafenCity (© Bina Engel) Bilderserie starten

Die Baugemeinschaft Nidus (lateinisch für Nest) macht ihrem Namen alle Ehre. „Bei uns gibt es sehr viel Nachwuchs. Viele Familien haben gerade ihr zweites Kind bekommen“, berichtet Sandra Munzinger, die die Baugemeinschaft gemeinsam mit ihrem Mann und einem befreundeten Ehepaar ins Leben gerufen hat. Damit liegen die Bewohner der 28 Wohneinheiten des Nidus-Gebäudes in der Shanghaialleee im allgemeinen Trend: Die Zahl der Kinder in der HafenCity nimmt beständig zu. Mittlerweile leben in 15,5 Prozent der Haushalte Familienmitglieder unter 18 Jahren, dabei besonders Kleinkinder (Stand: 31.12.2012).

Die Familien wissen die kurzen Wege in der HafenCity ebenso wie die zentrale Lage des neuen Stadtteils zu schätzen. So auch Familie Munzinger, deren zwei Töchter die nahegelegene erste Grundschule der HafenCity, die Katharinenschule am Sandtorpark, besuchen. Hier nutzen sie auch das Nachmittagsangebot von Töpfern über Musik bis hin zum Sport – Aktivitäten, die ihre Mutter sonst selbst für sie organisieren würde. Und auch darüber hinaus bietet ihnen das Leben in der HafenCity viel Abwechslung: Im Gemeinschaftsgarten treffen sich die beiden Mädchen mit den anderen Kindern aus der Baugemeinschaft. Zudem haben sie das Inline-Skaten um den Sandtorpark für sich entdeckt.

Auch gemeinsam erkundet die Familie immer wieder den neuen Stadtteil und freut sich auf die vielen Veranstaltungen von Hafengeburtstag bis Elbjazz. Zunehmend weitet sie dabei den Radius aus. „Kürzlich haben wir eine tolle Fahrradtour auf unserer Elbseite entdeckt, da kann man sogar bis nach Vierlanden am Deich fahren“, erzählt Sandra Munzinger.

Die Idee eine Baugemeinschaft zu gründen entstand aus dem Wunsch, ein finanzierbares Eigenheim in zentraler Stadtlage zu finden. Ein Vorhaben, für das die Initiatoren schnell Mitstreiter fanden. Freunde, Bekannte und Familienmitglieder leben nun Tür an Tür unter einem Dach. Die meisten der bald 68 Bewohner kennen sich und fühlen sich in ihrem neuen Quartier an der Elbe mit den Schiffen und dem Gekreische der Möwen oft wie im Urlaub.

Bei Familie Enge, die am Kaiserkai wohnt, geht der zehnjährige Sohn Hendrik morgens bereits allein in die Katharinenschule. Seine kleine Schwester Charlotta Victoria wird von ihrer Mutter nebenan in die Kinderkrippe gebracht. Von dort aus erreicht Susanne Enge, die als selbstständige Projektleiterin in der Kommunikationsbranche arbeitet, viele ihrer Kunden mit dem Fahrrad. „Das Auto benötigen wir nur noch ganz selten“, sagt sie. Und das gilt bei den Enges auch für die Freizeit. So joggt Norbert Enge gern durch die HafenCity und entdeckt dabei immer wieder neue Wege für sich. Sohn Hendrik nutzt die wechselnden Freizeitangebote wie den temporären Bolzplatz im Überseequartier, auf dem er sich häufig mit Klassenkameraden verabredet hat. Am Samstag läuft die Familie auch schon mal zu Fuß in die Innenstadt -„kein Problem“, sagt Susanne Enge.

Besonders freuen sich die  Familien aber auf die stetig wachsenden Grünflächen in ihrem Stadtteil. Im August 2013 wird mit dem 7100 Quadratmeter großen Grasbrookpark nahe dem Cruise Center HafenCity und dem Unilever-Gebäude der zweite Park der westlichen HafenCity eingeweiht. Parallel wurden auch die ersten Abschnitte des Lohseparks fertiggestellt. Die mit vier Hektar größte Grünfläche liegt in der zentralen HafenCity und wird sich als grünes Band zwischen der Ericusspitze und dem Baakenhafen erstrecken. Neben großzügigen Rasenflächen wird man hier vielfältige Aktions- und Freizeitangebote für alle Generationen finden, ebenso wie im Grasbroopark: Spielbereiche für Kinder gehören natürlich dazu. An ihrer Gestaltung wurden die Schüler der Katharinenschule direkt beteiligt. So hat Hendrik Enge im Herbst 2012 an einem Workshop zum Lohsepark teilgenommen. Lohseparks beteiligen konnten. „Ich finde es toll, dass die Kinder einbezogen werden“, sagt Susanne Enge.

Die Beteiligung von Bürgern, Jugendlichen und Schülern an der Gestaltung der HafenCity hat sich in den letzten Jahren tatsächlich fest etabliert. So wurde der erste Spielplatz in der Nähe des Cruise Centers HafenCity bereits von Kindern mitentworfen, das dort befindliche Spielhaus wurde von Eltern betrieben. Bis August 2013 zieht der Spielplatz in den neuen Grasbrookpark rund hundert Meter weiter um – erweitert und voller neuer Ideen. Auch an diesen Planungen wurden die Schüler beteiligt: In Workshops konnten sie zeichnen und modelliern  und aus bunten Bastelmaterialien ihre Vorstellungen nachbauen. Dabei erfanden sie zum Beispiel ein Klettergarten mit Palmen, der tatsächlich gebaut wurde – mit Hängebrücke, Piratenhaus und Rutsche.

Ab Ende 2014  werden in der Nachbarschaft des Grasbrookparks und des Lohseparks mehrere neue Kindertagesstätten eröffnen. Auch eine weitere Grundschule und eine weiterführende Schule  wird es in der HafenCity geben. Familie Enge ist mit der Entwicklung zufrieden:„Am Anfang gab es noch recht wenig Kinder, doch es werden immer mehr.“