Leben

Leben in der Innenstadt

In der westlichen HafenCity ist bereits ein urbaner Ort mit ca. 2.500 Bewohnern entstanden. Hier wohnen Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensumständen und -entwürfen, die schon viele Verbindungen untereinander geknüpft haben.

Das Foto zeigt Wohngebäude der HafenCity mit bunten Balkonen im Sonnenschein.

Ob Familien, junge Paare, Singles oder Senioren: Für viele verschiedene Nutzer hält der Stadtteil attraktive Angebote bereit (© ELBE&FLUT) Bilderserie starten

Rund 7.000 vorgesehene Wohnungen machen das Wohnen in der HafenCity zu einer äußerst vielfältigen Kernnutzung. Das Angebot umfasst bereits heute in kleinräumiger Mischung Miet- und Eigentumswohnungen auf unterschiedlichen Preisniveaus, wobei das Spektrum von öffentlich geförderten Mietwohnungen bis hin zum Luxussegment reicht und auch spezifische Bedarfe wie die von Musikern, Designern, Künstlergemeinschaften, Senioren sowie von körperlich eingeschränkten oder chronisch kranken Menschen unterschiedlichen Alters berücksichtigt. Große Bedeutung bei der Entwicklung des Wohnungsangebots der HafenCity haben Baugenossenschaften und Baugemeinschaften. Sie bedienen ein mittleres Preissegment und setzen oftmals sehr wichtige Impulse für die Bildung von nachbarschaftlichen Strukturen. Diese Rolle konnten sie von Beginn an einnehmen, weil der Großteil der Wohnungen (z. B. auf dem Dalmannkai) zwischen 2003 und 2010 zu Festpreisen ausgeschrieben wurde. Seit 2010 wurden in der Hafen-City Wohnbaugrundstücke aufgrund der besonders in innerstädtischen Lagen stark gestiegenen Miet- und Kaufpreise überdies zu 20 Prozent für geförderten Wohnungsbau ausgelobt, seit 2011 sogar zu einem Drittel. Gleichzeitig wurde in der HafenCity auf eine modifizierte Konzeptausschreibung umgestellt, bei der das Konzept zu 70 Prozent, das Grundstückspreisangebot zu 30 Prozent berücksichtigt wird. Damit wird die Diversität des Wohnungsangebots nochmals erhöht und es lässt bei mindestens einem Drittel der Wohnungen auch Mieten im geförderten Wohnungsbau von 6,20 Euro/m2 (1. Förderweg) und 8,30 Euro/m2 (2. Förderweg) im unteren Preissegment zu.

Die Vielfalt an Konzepten, Preisniveaus und Architekturen überzeugt viele Menschen vom Leben in der HafenCity. Nicht zuletzt sorgt die Nähe zu Arbeitsplätzen, Nahversorgung, Kitas, Schulen, öffentlichen Plätzen und Freizeiteinrichtungen für spürbar niedrigere Mobilitätsausgaben. Auch wird so eine bessere Work-Life-Balance ermöglicht, da sich hierdurch Kinder oder die Versorgung pflegebedürftiger Angehöriger und Berufstätigkeit flexibler kombinieren lassen. Auch deswegen nehmen einige Haushalte mitunter höhere direkte Wohnkosten in Kauf, während die indirekten (z. B. Mobilitätskosten) deutlich geringer sind.

Familienfreundliches Wohnen

Der Anteil der in der HafenCity gemeldeten Haushalte mit Kindern steigt weiter an. Die Zusammensetzung der Bewohnerschaft folgt dabei einem klaren Trend. Mit mittlerweile 18,4 Prozent hat die HafenCity längst andere beliebte Innenstadt-Stadtteile wie Eimsbüttel (12,7 Prozent), Winterhude (12,9) oder die Neustadt (11,4) überholt und liegt so über dem Hamburger Durchschnitt von 17,6 Prozent. 

Die Familienorientierung wird in den nächsten Jahren mit dem wirksam werdenden Anteil besonderer Konzepte ​sowie durch die vielen Baugemeinschaftswohnungen und den geförderten Wohnungsbau noch deutlicher zunehmen als in den gewachsenen Wohnquartieren der inneren Stadt. Um den Ansprüchen der vielen Kinder und Jugendlichen auch zukünftig gerecht zu werden, wird die soziale Infrastruktur ständig erweitert: Schon heute gibt es vier Kitas mit rund 350 Betreuungsplätzen. Weitere zwei am Baakenhafen und am Grasbrookpark befinden sich in fortgeschrittener Planung. Temporär angelegt ist die im Dezember 2016 für zwei Jahre eröffnete integrative Kita am Lohsepark für 120 deutsche und geflüchtete Kinder. 

Das bestehende Grundschulangebot durch die Katharinenschule wird bis voraussichtlich 2019 am Baakenhafen um eine Grundschule für 460 Schüler und bis 2021 am Lohsepark um ein Schulzentrum mit Gymnasium, Stadtteilschule und Dreifeldsporthalle ergänzt. Besondere Bedeutung kommt zudem den drei geplanten Spiel- und Gemeinschaftshäusern im Grasbrookpark, im Lohsepark und am Baakenhafen zu sowie dem KinderKulturHaus und den Märchenwelten am Strandkai, die voraussichtlich 2021 eröffnet werden. Nicht zuletzt sind die kurzen, gut vernetzten Wege und die öffentlichen Freiräume in der Hafen-City für Familien attraktiv. Plätze, Parks und Promenaden warten mit vielfältigen Freizeitangeboten auf. So finden sich neben Spielplätzen und Fitnessgeräten unter freiem Himmel auch zwei Basketballplätze und ein temporärer Bolzplatz im Angebot. Im Quartier Oberhafen entsteht ab 2018 überdies ein für Kinder und Jugendliche wettkampfgeeignetes „9er-Fußballfeld“ mit Leichtathletikanlagen, die auch von Vereinen und den Schulen genutzt werden können. Im Baakenpark entstehen bis 2018 ein Kunstrasenspielfeld und ein Streetballfeld. Neben jungen Familien trifft man in der HafenCity auch häufig auf Paare im Alter jenseits der 50. Oftmals haben diese sich nach dem Auszug ihrer Kinder neu orientiert und sich gezielt für die HafenCity als Wohnsitz entschieden. Für das Aufschlagen eines neuen (wohn-)biografischen Kapitels wählen sie einen Lebensmittelpunkt, der Kulturangebote sowie ein sozial lebendiges Umfeld und die direkte Nachbarschaft zu jungen und berufsorientierten Paaren und Singles bietet. Besonders reizvoll sind für die Bewohner zudem die emotional positiv besetzte Wasserlage, die individuellen Wohntypologien sowie die gute Verkehrsinfrastruktur.

Die Quote der Single-Haushalte liegt mit 46,9 Prozent hingegen unter dem Hamburger Durchschnitt von 54,4 Prozent und sehr signifikant unter dem Durchschnitt der inneren Stadtteile, der vielfach bei über 60 Prozent liegt.

Eigeninitiative und Dialog stärken

Neben jungen Familien trifft man in der HafenCity auch häufig auf Paare im Alter jenseits der 50. Oftmals haben diese sich nach dem Auszug ihrer Kinder neu orientiert und sich gezielt für die HafenCity als Alterswohnsitz entschieden. Für das Aufschlagen eines neuen (wohn-)biografischen Kapitels wählen sie einen Lebensmittelpunkt, der Kulturangebote sowie ein sozial lebendiges Umfeld und die direkte Nachbarschaft zu jungen und berufsorientierten Paaren und Singles bietet. Besonders reizvoll sind für die Bewohner zudem die prestigeträchtige Wasserlage, die individuellen Wohntypologien sowie die gute Verkehrsinfrastruktur.

Die Quote der Single-Haushalte liegt mit 41,3 Prozent hingegen unter dem Hamburger Durchschnitt von 53,6 Prozent und sehr signifikant unter dem Durchschnitt der inneren Stadtteile, der zumeist bei über 60 Prozent liegt.

Eigeninitiative und Dialog stärken

Ob für Familien, Sportler oder Kulturliebhaber – in der westlichen und zentralen HafenCity ist bereits eine anregende soziale Gemeinschaft gewachsen. Viele Bewohner sind aktiv und organisieren etwa das virtuelle Bewohnerforum hafencityleben.de, die von Bewohnern in Eigenregie betriebene HafenCity-Zeitung oder die Initiative Freunde des Lohseparks. Es finden regelmäßig Nachbarschaftstreffs, ein Trödelmarkt sowie Sommer- und Nachbarschaftsfeste statt. Und während der Störtebeker SV ein breites Sportprogramm bietet, hat sich der Spielhaus HafenCity e. V. die Förderung des nachbarschaftlichen Zusammenlebens im Sinne der jüngsten Bewohner der HafenCity zur Aufgabe gemacht. 

Die Selbstorganisation von Bewohnern, Gewerbetreibenden und Eigentümern soll zukünftig noch durch ein spezielles Quartiersmanagement unterstützt werden, dessen Grundlagen derzeit gelegt werden. Hierzu wird eine geeignete Institution gegründet, die sich aus kleinen Beiträgen aller Eigentümer und Nutzer finanziert. Mit den Einnahmen sollen u. a. der Betrieb der Gemeinschaftshäuser, aber auch andere nachbarschaftliche Aufgaben finanziell unterstützt werden.

Die HafenCity Hamburg GmbH fördert insgesamt die Identifikation der Bewohner mit dem Stadtteil, indem sie die Initiativen unterstützt und regelmäßig den Dialog mit den Bewohnern sucht – sowohl im direkten Kontakt als auch z. B. über Informations- und Diskussionsveranstaltungen. Sie versteht es als Teil ihrer Aufgabe, die intensive Mischung verschiedener Nutzungen und sozialer Milieus nicht nur herzustellen, sondern auch dazu beizutragen, ihre nicht immer reibungsfreie Verknüpfung auszubalancieren. Proaktiv werden Impulse für die Entwicklung sozialer Nachbarschaften gesetzt und dieser Prozess beratend begleitet. So wurde der erste Spielplatz gemeinsam mit ansässigen Eltern entwickelt. 

Und während in die Planung von Grasbrook- und Lohsepark zahlreiche Ideen und Anregungen eines Schülerbeirats der Katharinenschule einflossen, fand 2015 sogar ein Beteiligungscamp für den Baakenhafen statt, bei dem Vorschüler und Kinder der 1. bis 3. Klasse ihre Gestaltungswünsche bei der Freiraumplanung miteinbrachten. 

Schon seit 2009 besteht zur Stärkung der Mitverantwortung der Verein Netzwerk Hafen-City e. V., der sich starkmacht für kooperative Lösungen bei den Alltagsfragen der HafenCity-Bewohner. Außerdem initiiert der Verein Veranstaltungen und Feste, zunehmend auch im Zusammenwirken mit den umliegenden Stadtteilen und trägt damit maßgeblich zum nachbarschaftlichen Miteinander bei – in der HafenCity und darüber hinaus. Seit Mai 2013 besteht unter dem Dach des Netzwerks zudem die Interessengemeinschaft Gewerbe (IGG). Ihr Ziel ist die Schaffung einer effizienten Vernetzung aller Gewerbetreibenden der HafenCity zur gemeinschaftlichen Kommunikation und weiteren Standortstärkung.