Leben

Vom Café bis zum Feinschmecker-Restaurant

Die HafenCity tischt auf und hält für jeden Geschmack die passende Speise bereit: Im Westen des Stadtteils reicht das gastronomische Angebot schon vom schnellen Snack oder Business-Lunch bis zum Gourmet-Dinner. Auch die Speicherstadt wird jetzt verstärkt von Gastronomen entdeckt

Die HafenCity ist insbesondere für ihre gastronomische Vielfalt bekannt (© ELBE&FLUT) Bilderserie starten

Es ist gerade erst sechs Uhr in der Frühe, da weht schon Brötchenduft über den Kaiserkai. Wer ihn an seinen Ursprung zurückverfolgt, gelangt schnell zur „Schanzenbäckerei", die, genau wie einige Häuser weiter "Dat Backhus", zu den führenden Bäckereien der Stadt gehört. Jetzt versorgt sie auch die Frühaufsteher in der HafenCity mit Brötchen; im Stehen trinken zwei Bauarbeiter noch schnell einen Kaffee.
 
Filterkaffee, Espresso oder Cappuccino bieten aber auch zahlreiche Cafés, die sich zwischen Speicherstadt und Marco-Polo-Terrassen angesiedelt haben, zum Beispiel die "Tarterie Jolie", das "Café im InfoCenter Kesselhaus", die "Campus Suite" oder das "Klein und Kaiserlich".
 
Mittags steht in fast jedem Lokal ein schneller und günstiger Business-Lunch auf der Speisekarte; immerhin wollen sich hier die derzeit rund 14.000 Beschäftigten der HafenCity während ihrer Pausen stärken. Wer mehr Zeit mitbringt oder ein Geschäftsessen plant, findet aber auch zahlreiche eingedeckte Tische vor, in den Abendstunden gilt das noch umso mehr. Beispielsweise tischen mit dem "Sala Thai" und dem "Tai Tan" gleich zwei hervorragende Restaurants authentische thailändische Küche auf. "Carls Bistro" und "Carls Brasserie" stehen als Ableger des legendären "Hotel Louis C. Jacob" ebenfalls für ausgezeichnete Küche, genauso die Restautants "Vlet" und "Wandrahm".

Die drei letztgenannten Lokale sind zugleich Beispiele für den besonderen Anspruch vieler Gastronomen im Viertel: Sie setzen nicht beliebige Konzepte um, sondern lassen sich bei deren Entwicklung vom Standort inspirieren. So versteht "Wandrahm"-Chef Oliver Widmann sein Lokal als liebevolle Hommage ans ehemalige Wandrahm-Viertel, das Ende des 19. Jahrhunderts dem Freihafen weichen musste: "Dieses Viertel ist geschichtlich hoch spannend und darf nicht in Vergessenheit geraten", findet er. "Ein Zitat sind beispielsweise die hohen Säulen zwischen den großen Glasfronten im Erdgeschoss. Sie haben eine abstrahierte Backsteinanmutung mit silbernen und goldenen Akzenten und erinnern an die alten Gemäuer aus vergangenen Tagen."

Eine ausdifferenzierte Mischung unterschiedlichster Bewohner, Beschäftigter sowie Besucher macht die HafenCity schon heute aus und entsprechend vielfältig gestaltet sich ihr gastronomisches Angebot. Es umfasst Speiseeis-Köstlichkeiten von "Miss Sofie" oder "Häagen-Dazs" oder auch abwechslungsreiche Museumsgastronomie, wie das "Alte Liebe" und das "Catch of the Day" (beide Internationales Maritimes Museum Hamburg), aber auch das vegetarische/vegane WeltCafé Elbfaire innerhalb des Ökumenischen Forums HafenCity.

Ganz besondere Blickbezüge bieten unter anderem die Lokale in den Sockelgeschossen des Kaiserkais: "Kaisers", "Bistro KaiserPerle" und "Häagen-Dazs" befinden sich an der viel frequentierten Dalmannkaipromenade, wo sich die Gäste bei schönem Wetter auf Außenterrassen kulinarisch verwöhnen lassen und dabei auch unmittelbare Wasserbezüge genießen können. "Unser Standort direkt am Wasser lässt echtes Hamburg-Feeling aufkommen", sagt Jan-Peter Becker von Häagen-Dazs. "Die Promenade wird häufig von Touristen frequentiert, aber auch Bewohner und Beschäftigte kehren gerne zum Feierabend auf ein Eis oder einen Cocktail ein."

Die HafenCity-Gastronomie steht nicht nur für schöne Aussichten, sondern auch für Einsichten, für menschliches Miteinander. Vor allem abends kommt man etwa in und vor Heli von Boettichers "KaiserPerle" oft und schnell ins Gespräch. "Wenn's regnet wird’s schon mal besonders lustig", erzählt die Wirtin. "Wir haben zwar nur acht Sitzplätze, hatten aber schon bis zu 25 Leute im Lokal. Da muss man dann improvisieren und zusammenrücken. Und das verbindet sehr." Ausklingen lässt man den Tag am besten bei Live-Musik im Heimat Küche + Bar im 25hours Hotel oder im lebhaften Club 20457 mit Bar und Liegestühlen vor der Tür, der zum Feierabenddrink Lesungen und Konzerte bietet. Geschwitzt wird anschließend im Moloch im Oberhafen oder auf dem ehemaligen Kühlschiff MS Stubnitz, wo sich die urbane Subkultur zum regelmäßigen Tanz trifft. 

Mit der sich weiter in Richtung Osten vervollständigenden HafenCity nimmt auch die gastronomische Differenzierung immer mehr zu. Vom sehr beliebten original italienischen Andronaco-Bistro im Überseequartier über die stylische Surf Kitchen in den Elbarkaden kommt dabei auch die gehobene Gourmet- und Sterne-Küche nicht zu kurz. Schon bevor mit Kevin Fehlings "The Table" Deutschlands jüngster Drei-Sterne-Koch an der Shanghaiallee seine Türen öffnete, machte sich Tobias Strauch mit seinem "Strauchs Falco" und dem Bistro "Hamburg im Süden" (beides Elbarkaden) einen Namen. Und ins "Bianc" eingangs des Sandtorkais lädt mit Matteo Ferrantino der ehemalige Küchenchef der mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten "Vila Joya" in Portugal.

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