Leben

Wohnen im Zentrum: die HafenCity als Ort nachbarschaftlichen Zusammenlebens

In der westlichen HafenCity ist ein urbaner Ort mit über 2.000 Bewohnern entstanden. Hier wohnen Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensumständen und -entwürfen, die schon viele Verbindungen untereinander geknüpft haben

Das Foto zeigt Wohngebäude der HafenCity mit bunten Balkonen im Sonnenschein.

Ob Familien, junge Paare, Singles oder Senioren: Für viele verschiedene Nutzer hält der Stadtteil attraktive Angebote bereit (© ELBE&FLUT) Bilderserie starten

Das Wohnungsangebot in der HafenCity ist äußerst vielfältig. Es enthält in kleinräumiger Mischung Miet- und Eigentumswohnungen auf unterschiedlichen Preisniveaus, wobei das Spektrum von öffentlich geförderten Mietwohnungen bis hin zum Luxussegment reicht und auch spezifische Bedarfe wie die von Musikern, Designern, Senioren oder von körperlich eingeschränkten Bewohnern berücksichtigt. Große Bedeutung bei der Entwicklung des Wohnungsangebots der HafenCity haben Baugenossenschaften und Baugemeinschaften, die ein mittleres Preissegment des Neubaus bedienen und oftmals sehr wichtige Impulse für die Bildung von nachbarschaftlichen Strukturen setzen. Seit 2010 wurden Wohnbaugrundstücke in der HafenCity aufgrund der besonders in innerstädtischen Lagen stark gestiegenen Miet- und Kaufpreise zu 20 Prozent für geförderten Wohnungsbau ausgeschrieben, seit 2011 sogar zu einem Drittel. Gleichzeitig wurde in der HafenCity auf eine modifizierte Konzeptausschreibung umgestellt, bei der das Konzept zu 70 Prozent, das Grundstückspreisangebot zu 30 Prozent berücksichtigt wird. Damit wird die Diversität des Wohnungsangebots in der HafenCity nochmals erhöht und lässt Mieten im geförderten Wohnungsbau von 6,00 Euro/qm (1. Förderweg) und 8,10 Euro/qm (2. Förderweg) im unteren Preissegment zu.

Die Vielfalt an Konzepten, Preisniveaus und Architekturen überzeugt viele Menschen vom Leben in der HafenCity. Dass einige Haushalte höhere direkte Wohnkosten in Kauf nehmen, liegt auch daran, dass die Nähe zu Arbeitsplätzen, Nahversorgung, Schulen und Freizeiteinrichtungen deutlich niedrigere Ausgaben für Mobilität und eine bessere zeitliche Work-Life-Balance ermöglichen.

Familienfreundliches Wohnen

Familien schätzen vor allem die Chance, Kinder und Beruf flexibel kombinieren zu können. Neben dem nahen Arbeitsplatzangebot trägt dazu die qualitätsvolle Kinderbetreuung bei, die seit der Eröffnung der Katharinenschule und der benachbarten Kindertagesstätte 2009 angeboten wird. Weitere vier Kindertagesstätten, eine Grundschule sowie ein Gymnasium entstehen in der zentralen und in der östlichen HafenCity.

Bei der Zusammensetzung der Bewohnerschaft lässt sich denn auch ein klarer Trend ablesen: Der Anteil der in der HafenCity gemeldeten Haushalte mit Kindern steigt weiter an. Er liegt mittlerweile bei 14,5 Prozent, sodass die HafenCity damit bereits andere beliebte Innenstadt-Stadtteile wie Eimsbüttel (12,2 Prozent), Winterhude (11,7) oder die Neustadt (10,8) überholt hat.

Die Familienorientierung wird in den nächsten Jahren mit dem geförderten Wohnungsbau deutlich stärker zunehmen als in den gewachsenen Wohnquartieren der inneren Stadt. Um den Ansprüchen der vielen Kinder und Jugendlichen weiterhin gerecht zu werden, entstehen neben den Kitas auch ein Gymnasium sowie eine zusätzliche Grundschule. Besondere Bedeutung kommt außerdem den drei geplanten Spiel- und Gemeinschaftshäusern im Grasbrookpark, im Lohsepark und am Baakenhafen zu sowie dem vorgesehenen KinderKulturHaus am Strandkai.

Familien, Senioren und junge Paare

Neben jungen Familien trifft man in der HafenCity auch häufig auf Paare im Alter jenseits der 50. Oftmals haben diese sich nach dem Auszug ihrer Kinder neu orientiert und sich gezielt für die HafenCity als Alterswohnsitz entschieden. Für das Aufschlagen eines neuen (wohn-)biografischen Kapitels wählen sie einen Lebensmittelpunkt, der Kulturangebote sowie ein sozial lebendiges Umfeld und die direkte Nachbarschaft zu jungen und berufsorientierten Paaren und Singles bietet. Besonders reizvoll sind für die Bewohner zudem die prestigeträchtige Wasserlage, die individuellen Wohntypologien sowie die gute Verkehrsinfrastruktur.

Die Quote der Single-Haushalte liegt mit 41,3 Prozent hingegen unter dem Hamburger Durchschnitt von 53,6 Prozent und sehr signifikant unter dem Durchschnitt der inneren Stadtteile, der zumeist bei über 60 Prozent liegt.

Eigeninitiative und Dialog stärken

Ob für Familien, Sportler oder Kulturliebhaber – in der HafenCity ist bereits eine anregende soziale Gemeinschaft gewachsen. Viele Bewohner sind aktiv und organisieren zum Beispiel das virtuelle Bewohnerforum hafencityleben.de oder die von einem Bewohner in Eigenregie betriebene HafenCity-Zeitung (hafencity-news.de). Es finden regelmäßige Nachbarschaftstreffs, ein Trödelmarkt sowie Sommer- und Nachbarschaftsfeste statt. Und während der Störtebeker SV ein breites Sportprogramm bietet und der Spielhaus HafenCity e. V. sich die Förderung des nachbarschaftlichen Zusammenlebens im Sinne der jüngsten Bewohner der HafenCity zur Aufgabe macht, stellen die Mitglieder des Vereins Wirtschafts-Senioren-Beraten – Alt hilft Jung e. V. Existenzgründern ihre langjährige Wirtschaftserfahrung kostenlos zur Verfügung.

Die HafenCity Hamburg GmbH fördert die Identifikation der Bewohner mit dem Stadtteil, indem sie die Initiativen unterstützt und regelmäßig den Dialog mit den Bewohnern sucht – sowohl im direkten Kontakt als auch z. B. über Informations- und Diskussionsveranstaltungen. Die HafenCity Hamburg GmbH versteht es als Teil ihrer Aufgabe, die intensive Mischung verschiedener Nutzungen und sozialer Milieus nicht nur herzustellen, sondern auch dazu beizutragen, ihre nicht immer reibungsfreie Verknüpfung auszubalancieren. Proaktiv werden Impulse für die Entwicklung sozialer Nachbarschaften gesetzt und dieser Prozess beratend begleitet. Unter anderem wurde der erste Spielplatz mit Eltern gemeinsam entwickelt – und in die Planung von Grasbrook- und Lohsepark flossen die Ideen von Kindern mit ein. Ein Schülerbeirat der Katharinenschule beschäftigte sich in Form einer Zukunftswerkstatt aktiv mit den konkreten Anforderungen von Kindern und Jugendlichen an den öffentlichen Stadtraum.

Schon seit 2009 besteht zur Stärkung der Mitverantwortung der Verein Netzwerk HafenCity e. V., der sich starkmacht für kooperative Lösungen bei den Alltagsfragen der HafenCity-Bewohner. Darüber hinaus initiiert der Verein Veranstaltungen und Feste, zunehmend auch im Zusammenwirken mit den umliegenden Stadtteilen und trägt damit maßgeblich zum nachbarschaftlichen Miteinander bei – in der HafenCity und darüber hinaus. Seit Mai 2013 besteht unter dem Dach des Netzwerks zudem die Interessengemeinschaft Gewerbe (IGG). Ihr Ziel ist die Schaffung einer effizienten Vernetzung aller Gewerbetreibenden der HafenCity zur gemeinschaftlichen Kommunikation und weiteren Standortstärkung.