Projekt HafenCity

HafenCity Hamburg: Stand der Entwicklung

Die HafenCity wird von Westen nach Osten und von Norden nach Süden entwickelt. 57 Projekte sind fertiggestellt, weitere 53 Vorhaben in Bau oder Planung; ca. 1,29 Mio. qm BGF sind durch Verkauf der Grundstücke oder Anhandgaben gesichert. Längst hat sich die HafenCity als beliebter Wohnstandort und Arbeitsort fest etabliert: Rund 1.700 Wohnungen sind fertiggestellt, mehr als 500 Unternehmen mittlerweile vor Ort

Ein Stück Stadt erwacht zum Leben: Rund 1.700 Wohnungen sind fertiggestellt, mehr als 500 Unternehmen haben sich bereits in der HafenCity angesiedelt (© ELBE&FLUT)

Die HafenCity ist eines der markantesten Stadtentwicklungsvorhaben in Wasserlage weltweit. Auf der Basis einer anspruchsvollen Konzeption erweitert sie die Fläche der Hamburger City um 40 Prozent. Impulswirkung hat die Entwicklung damit sowohl für die bestehende City und die gesamte Hansestadt mit ihren rund 1,8 Mio. Einwohnern als auch für die ca. 5 Mio. Einwohner zählende Metropolregion. Hamburgs Identität als maritime Stadt wird weiter gestärkt, während die HafenCity gleichzeitig ein Modell für die Entwicklung der europäischen City des 21. Jahrhunderts ist. Schon heute gilt sie als Vorzeigeprojekt für große internationale Stadtentwicklungsprojekte, auch wenn sich der Entwicklungszeitraum noch bis etwa 2025 erstreckt.

Den Anfang der HafenCity-Entwicklung machte das 2009 fertiggestellte Quartier Am Sandtorkai/Dalmannkai, wo auf dem historischen Kaispeicher A auch die von Herzog & de Meuron entworfene Elbphilharmonie entstanden ist. Eröffnet wird das neue Hamburger Wahrzeichen mit seinen zwei Konzertsälen, einem Fünf-Sterne-Hotel und ca. 45 Wohnungen nun, nach deutlicher Verzögerung, im Januar 2017. Als zweites großes, fast fertiges Quartier folgte Anfang 2011 das bei vielen jungen Familien beliebte Quartier Am Sandtorpark/Grasbrook. Eine Grundschule mit Kita nahm hier 2009 ihren Ganztagsbetrieb auf. 2013 eröffnete der beliebte Grasbrookpark mit von Grundschülern mitgestalteten Spiel- und Freizeitmöglichkeiten. Am Strandkai entstand 2009 als erster Hochbau das vielfach prämierte Ensemble aus Bürogebäude und Wohnturm: Unilever-Zentrale und Marco-Polo-Tower. Gleichzeitig wurden die ersten direkt an der Elbe liegenden Freiräume eröffnet. Während auf dem benachbarten östlichen Areal Engel & Völkers bis 2017 den Bau des neuen Firmensitzes inklusive Wohnbebauung vollendet, geht die letzte große unbebaute Fläche in der westlichen HafenCity, der westliche Strandkai, Ende 2016/Anfang 2017 in Bau. Unter anderem gehören zwei Türme und mehrere siebengeschossige Gebäude mit nahezu 500 Wohnungen zum Ensemble. Seit 2011 vollständig fertiggestellt ist das Quartier Brooktorkai/Ericus mit den beiden größten Büronutzern der HafenCity: DNV Germanischer Lloyd und Spiegel-Gruppe.

Das Überseequartier zeigt als kommerzielles Herzstück der HafenCity bereits heute Metropolcharakter. Im Nordteil leben über 500 Bewohner, viele Geschäfte und Dienstleister haben entlang des Überseeboulevards eröffnet, und das Areal ist ein erfolgreicher Unternehmenssitz. Im Dezember 2012 nahm die neue U-Bahnlinie U4 mit der Haltestelle Überseequartier den regulären Betrieb auf. Und während der Umbau des Alten Hafenamts im März 2016 erfolgreich abgeschlossen wurde, schließt sich derzeit die letzte noch unbebaute Fläche des nördlichen Quartierteils zwischen Sandtorkai und Tokiostraße. Mit der Übernahme der Gesamtentwicklung und Realisierung des südlichen Überseequartiers durch Unibail-Rodamco gelang im Dezember 2014 ein wesentlicher Meilenstein in dessen weiterer Entwicklung. 2015 wurden das gesamte Nutzungskonzept und die städtebauliche Struktur umfassend überarbeitet und für alle elf Gebäude neue Architekturen entworfen. Bis 2021 entsteht ein weitgehend offenes und urbanes, nicht klimatisiertes, aber gleichzeitig wettergeschütztes Einkaufsviertel, durchmischt mit gut vernetzten weiteren publikumswirksamen Nutzungen – einschließlich Kreuzfahrtterminal, Wohnnutzungen und Hotels.

Auf zu neuen Ufern

Im Elbtorquartier, wo 2008 das Internationale Maritime Museum im historischen Kaispeicher B eröffnete und seit 2012 das Ökumenische Forum beheimatet ist, bezogen im April 2014 rund 2.500 Studenten das neue Gebäude der Hafen-City Universität (HCU) unmittelbar an der Elbe. Seit August 2013 fährt die U4 bis zur Haltestelle HafenCity Universität, und die am Magdeburger Hafen gelegenen Elbarkaden haben sich mit der hochwassergeschützten Arkade und der Pier entlang des Magdeburger Hafens zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt. Bis 2017 entsteht neben der HCU das Gebäude-ensemble Freeport, Watermark und Ship-yard – mit einem 70 m hohen Bürohaus sowie zwei weiteren Gebäuden u. a. mit Wohnungen.

Und während im Quartier Am Lohsepark der Mineralölkonzern Marquard & Bahls an der Shanghaiallee im Frühjahr 2016 in seine neue Firmenzentrale einzieht, hat das Thema Wohnen am Lohsepark konkrete Formen angenommen. Das erste vollendete große Wohngebäude direkt am Lohsepark bietet nicht nur geförderte und frei finanzierte Wohnungen, sondern auch eine integrative Wohngemeinschaft, Baugemeinschaften sowie mehrere Kitas, ein Ärztezentrum sowie gewerbliche Erdgeschossnutzungen, u. a. ein Drei-Sterne-Restaurant. Weite Teile des Lohseparks selbst, der sich wie ein grünes Band von der Ericusspitze bis zur Elbe erstreckt, sind schon eröffnet. Die Gesamtfertigstellung erfolgt bis zum Sommer 2016.

Während im Oberhafen derzeit die nächsten Kultur- und Kreativnutzer für 6.000 m2 ehemalige Lagerfläche bestimmt werden und regelmäßig kulturelle Veranstaltungen stattfinden, entsteht am Baakenhafen eine dichte Mischung aus intensiver Wohn- und Freizeitnutzung, grünen Freiräumen und Arbeitsplätzen sowie einem Bildungs- und Freizeitzentrum. Baubeginn für die ersten Gebäude war im Sommer 2015. Für über 1.000 Wohnungen steht die Architektur fest und es wird im Sommer 2016 mit den Bauarbeiten am Quartierszentrum mit insgesamt 436 Wohnungen begonnen. Gleichzeitig werden die nächsten neun Grundstückseinheiten anhandgegeben.

An den Elbbrücken wurde im Herbst 2015 schließlich die Entscheidung für den städtebaulichen Wettbewerb verkündet – und damit die HafenCity zumindest auf der Ebene der städtebaulichen Gestaltung bis an ihr Ende gedacht.