Management

Entwicklungsmanagement und HafenCity Hamburg GmbH

Nur durch ein integriertes Entwicklungsmanagement kann die Realisierung eines vollkommen neuen Stadtteils gelingen. Die meisten Verantwortlichkeiten für die Stadtteilentwicklung sind daher bei der HafenCity Hamburg GmbH gebündelt

Das Foto zeigt die Außenansicht des Gebäudes der Hafencity Hamburg GmbH

An der Osakaallee gegenüber dem Überseequartier befindet sich das Gebäude der HafenCity Hamburg GmbH im Herzen des neuen Stadtteils (© ELBE&FLUT)

Große Stadtentwicklungsprojekte bedürfen eines intensiven Zusammenwirkens und der Bündelung von Konzeption und Realisierung. Aufgrund der engen Verknüpfung öffentlicher Investitionen (ca. 3 Mrd. Euro, davon ca. 1,5 Mrd. aus Grundstücksverkaufserlösen) mit der Bindung hoher privater Investitionen (ca. 10 Mrd. Euro) bestehen in der HafenCity eine erhebliche Komplexität der Aufgaben und ein hoher Steuerungsbedarf.

Für das Entwicklungsmanagement wurde 1997 die Gesellschaft für Hafen- und Standortentwicklung GHS (seit 2004 HafenCity Hamburg GmbH) gegründet. Sie verantwortet das „Sondervermögen Stadt und Hafen“, in das die Grundstücke im Gebiet der HafenCity im Eigentum Hamburgs eingebracht wurden. Aus deren Verkauf wird der größte Teil der öffentlichen Investitionen, insbesondere in Straßen, Brücken, Plätze, Parks, Kaimauern und Promenaden, getätigt. Neben dieser Finanzierungsaufgabe verantwortet die HafenCity Hamburg GmbH auch die Flächenfreimachung und -vorbereitung, die Planung und den Bau der öffentlichen Räume sowie der Infrastruktur, die Akquisition und vertragliche Bindung von Grundstücksentwicklern und Nutzern sowie die Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation.

Die HafenCity Hamburg GmbH ist eine 100-prozentige Tochter der Freien und Hansestadt Hamburg. Sie entwickelt die HafenCity im Auftrag Hamburgs. Öffentliche Kontrolle, Kooperation und Arbeitsteilung sind intensiv: Der Aufsichtsrat der HafenCity Hamburg GmbH wird – unter Vorsitz des Ersten Bürgermeisters – von Senatsmitgliedern gestellt. Grundstücksverkäufe und Anhandgaben (Optionen mit Planungsverpflichtung) werden durch die Kommission für Bodenordnung beschlossen, Bebauungspläne von der Kommission für Stadtentwicklung (jeweils überwiegend aus Bürgerschafts- und Bezirksversammlungsmitgliedern zusammengesetzt) beraten und beschlossen, Bebauungspläne in der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) von der Arbeitsgruppe HafenCity erarbeitet und Baugenehmigungen von der BSW erteilt. In den Wettbewerbsjurys für die städtebaulichen und Freiraumwettbewerbe sowie die hochbaulichen Wettbewerbe sind neben Vertretern privater Bauherren und freiberuflicher Architekten die BSW (Oberbaudirektor), die Bezirksverwaltung, die HafenCity Hamburg GmbH und mehrere Politiker (Bezirk Hamburg-Mitte oder Bürgerschaft) vertreten. Die Bündelung von nicht hoheitlichen Aufgaben in einer eigenen Gesellschaft Hamburgs sichert bei intensiver Arbeitsteilung und Kontrolle die Effizienz, Innovationskraft und Qualität der Stadtentwicklungsaufgaben und garantiert gleichzeitig eine hohe staatliche Steuerungsfähigkeit. 

Die HafenCity Hamburg GmbH verantwortet mittlerweile die Entwicklung und Koordination großer und heterogener Stadträume, die die gesamte Bandbreite einer komplexen, hoch ambitionierten und kooperativen Stadtentwicklung repräsentieren. Dabei geht es um Zukunftsansprüche, für deren Lösung Städte eine besondere Verantwortung tragen, z.B. wie zentrale Flächen in der Stadt möglichst ressourceneffizient entwickelt werden, wie eine klimaneutrale Energieversorgung und eine autoarme und CO2-arme Mobilität realisiert und die Idee einer sozial gerechten Stadt umgesetzt werden können. Die HafenCity ist mit den Strategien und Lösungen, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten entwickelt wurden, eine Art „Sprungbrett“ für große Innovationsthemen, die in den neuen Zukunftsorten der inneren Stadt Hamburgs – Billebogen, Grasbrook und Science City Hamburg Bahrenfeld – weiter gedacht und entwickelt werden können.