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Dokumentationszentrum am Lohsepark: Ausstellung der Wettbewerbsergebnisse

Am Lohsepark entsteht künftig ein zentraler Gedenkort zur Deportationsgeschichte in Hamburg. Elementarer Bestandteil des „denk.mals Hannoverscher Bahnhof“ ist ein Informations- und Dokumentationszentrum mit integrierter Ausstellung. Für den Neubau wurde im Januar 2016 der Architektenwettbewerb entschieden, dessen Ergebnisse nun vom 24. März bis 10. April im HafenCity InfoCenter Kesselhaus gezeigt werden

Die Fuge (Vordergrund) markiert den historischen Gleisverlauf hin zum Relikts des ehemaligen Bahnsteigs. Auf der gegenüberliegenden Westseite des Parks (im Hintergrund rechts) wird sich das Dokumentationszentrum befinden (© Gärtner + Christ)

Wo heute der Lohsepark als größte Parkfläche der HafenCity sich der Fertigstellung nähert, standen einst Teile des Hannoverschen Bahnhofs. Von hier aus wurden nach neueren, im Rahmen der Parkplanung durchgeführten, historischen Untersuchungen zwischen 1940 und 1945 mindestens 7.692 Juden, Sinti und Roma in 20 Transporten aus Hamburg nach Ausschwitz, Belzec, Lodz, Minsk und Theresienstadt deportiert.

Als Ort des Gedenkens an dieses dunkle Kapitel der Hamburger Stadtgeschichte wird im und am Lohsepark der Gedenkort „denk.mal Hannoverscher Bahnhof“ entstehen, der aus drei Elementen entwickelt wird: Dazu gehören der zentrale Gedenkort des unter Denkmalschutz stehenden Relikts des Bahnsteigs 2 im östlichen Anschluss an den Park, des Weiteren die sogenannte „Fuge“, die durch den Park entlang des historischen Gleisverlaufs bis hin zum Bahnsteig führt, sowie das Dokumentationszentrum, das in direkter visueller Beziehung zum historischen Gedenkort, auf der Westseite des Parks an der Straße Steinschanze entsteht.

Für das Gebäude am Westrand des Lohseparks, in das das Dokumentations-zentrum einziehen wird, hatte das Sondervermögen Stadt und Hafen (HafenCity Hamburg GmbH) im Sommer 2015 ein geeignetes Grundstück gekauft. Dort ist ein siebengeschossiger Neubau mit einer Geschossfläche von ca. 6.100 qm BGF vorgesehen, mit einer Fläche von ca. 700 qm im Erdgeschoss für die Ausstellung und Veranstaltungsräume. Kernelement ist eine dauerhafte Ausstellung zum Schicksal der deportierten Norddeutschen und Hamburger Bürger, angelehnt an die von Dr. Linde Apel konzipierte temporäre Dokumentation „In den Tod geschickt“, die in kleiner Form seit September 2013 im Infopavillon Hannoverscher Bahnhof zu sehen ist. Für die neuen und endgültigen Räumlichkeiten wird die Ausstellung überarbeitet und erweitert werden, betrieben wird sie dann unter der Leitung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Der Architekturwettbewerb stellte hohe Anforderungen an die  Teilnehmer. Es war ein zeitloses, starkes Gebäude zu entwerfen, das eine doppelte Funktion erfüllt und dabei gut funktioniert: Im Erdgeschoss ein dauerhafter attraktiver Ausstellungs- und Veranstaltungsort, der sich von den publikumswirksamen Nutzungen der Umgebung abhebt sowie ein Bürogebäude mit einer Fassade, die mit den Ausstellungsflächen sehr gut harmoniert.

Der gesamte Planungsprozess für den Gedenkort im Park und das Dokumentationszentrum wurde neben politischen Vertretern Hamburgs und der Kulturbehörde von der Jüdischen Gemeinde, der Roma und Cinti Union, dem Landesverband der Sinti und dem Auschwitz-Komitee, dem Museum für Hamburgische Geschichte, dem Institut für die Geschichte der Deutschen Juden, der Landeszentrale für Politische Bildung sowie der KZ-Gedenkstätte Neuengamme begleitet.

Neun Architekturbüros hatten sich der herausfordernden Aufgabe gestellt. Das Preisgericht unter Vorsitz des Hamburger Architekten Prof. Volkwin Marg hat unter Mitwirkung von politischen Vertretern und freien Architekten folgendes Ergebnis beschlossen:

1. Preis
Wandel Lorch Architekten, Frankfurt/Saarbrücken

2. Preis und 3. Preis sowie eine Anerkennung
Das Preisgericht hat zudem das Büro Winking Froh Architekten aus Hamburg mit dem 2. Preis und das Büro Renner Hainke Wirth Architekten in Zusammenarbeit mit Kirsch Bremer Artandarchitecture (beide Hamburg) mit dem 3. Preis ausgezeichnet. Max Dudler, Architekt, aus Berlin errang eine Anerkennung.

Der Siegerentwurf von Wandel Lorch Architekten überzeugte laut Preisgericht „durch ein ruhiges und unprätentiöses Bürogebäude, dessen Erdgeschoss mit dem Dokumentationszentrum sich zwar farblich und in der Gliederung seiner Öffnungen vom kubischen Gesamtbau unterscheidet, aber den gleichen Ernst des Gesamtgebäudes hat.“ Das Preisgericht würdigt die „Einfachheit und Klarheit des Entwurfes, der die Doppelfunktion des Hauses erkennbar spiegelt, ohne sie übermäßig zu interpretieren“. Durch die ausgeprägte Erdgeschossausgestaltung findet eine Kommunikation vom Gebäude zum Gedenkort und andersrum statt.

Die Wettbewerbsergebnisse werden vom 24. März bis zum 10. April 2016 täglich im HafenCity InfoCenter im Kesselhaus ausgestellt. 

Termine: 
24. März 2016 - 10. April 2016
täglich von 10:00-18:00 Uhr 

Ort:
Am Sandtorkai 30, 20457 Hamburg

Veranstalter:
HafenCity Hamburg GmbH


Informationen zur Ausstellung

HafenCity InfoCenter im Kesselhaus
Am Sandtorkai 30
20457 Hamburg
Tel. 040/36 90 17 99

Öffnungszeiten
Di.-So.: 10-18 Uhr
Montags geschlossen
Eintritt frei

Öffnungszeiten zu Ostern
Karfreitag: 10:00-18:00 Uhr
Samstag: 10:00-18:00 Uhr
Ostersonntag: 10:00-18:00 Uhr
Ostermontag: 10:00-18:00 Uhr

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