Quartiere

Grün und großstädtisch zugleich

Mit einem grünen Nachbarschaftspark in seiner Mitte bietet das neue Quartier Am Sandtorpark / Grasbrook beste Bedingungen für Bewohner, eine anliegende Schule und Unternehmen

Das Foto zeigt das Quartier aus der Luft

Die Wohn- und Geschäftsgebäude gruppieren sich um die namensgebende Parkanlage, deren Gestaltung auf die südwestlich gelegenen Magellan-Terrassen Bezug nimmt. Im Süden grenzt das Quartier an den Grasbrookpark, der 2012 in Bau gehen kann (© ELBE&FLUT) Bilderserie starten

Als zweites großes Quartier ist auch das Quartier Am Sandtorpark / Grasbrook nahezu vollendet. Mit einer Grundschule und den am grünen Sandtorpark gelegenen Familienwohnungen ist das Quartier zwischen Sandtorhafen im Westen und Überseequartier im Osten ein Hort des nachbarschaftlichen Lebens.

Stadträumlich prägendes Element ist der kleine, intensiv genutzte Sandtorpark, um den herum sich die meisten Gebäude gruppieren. Als erste Grünanlage der HafenCity wurde er im April 2011 mit einem Nachbarschaftsfest eingeweiht. Während seine mit Hügeln und einer Spielwiese gestaltete Grünfläche Hafenatmosphäre und Großstadtflair vereint, wird auf den angrenzenden Freiflächen die Gestaltung der Magellan-Terrassen fortgesetzt. Dem für das Freiraumkonzept der westlichen HafenCity verantwortlichen Büro EMBT aus Barcelona gelingt dadurch eine öffentliche Klammer für die vielen verschiedenen Nutzungen.

Die Katharinenschule nahm im August 2009 ihren Unterrichtsbetrieb auf. Insgesamt 450 Kinder können in einer Kita, einem Hort bzw. Ganztagsangeboten betreut werden. Die integrierte Turnhalle wird nach Schulschluss weitergenutzt, z. B. vom Sportverein Störtebeker SV oder den Betriebssportgruppen ansässiger Firmen. Das von den Architekten Spengler & Wiescholek entworfene Gebäude, in dem außerdem 30 Wohnungen entstanden sind, wurde im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft von der Otto Wulff Bauunternehmung GmbH realisiert. Das Gebäude ist einer der wenigen Schulbauten in Deutschland, der eng in den städtebaulichen Kontext eingepasst ist, eine Mischnutzung aufweist und wo sich ein Großteil der Spielflächen auf dem Dach der Schule befindet. Das Gebäude ist nach dem Gold-Standard der HafenCity zertifiziert.

Familienfreundliches Wohnen

Direkt angrenzend haben die Bewohner der Baugemeinschaft Hafenliebe ihre 55 familienfreundlichen Wohnungen in-zwischen bezogen (realisiert von Stadt Land Fluss). Weitere 68 Wohnungen wurden im Projekt Hofquartier von DS Baukonzept / Wernst realisiert.

Das Quartier zeichnet sich auch durch besondere Internationalität und zahlreiche Unternehmensansiedlungen aus. Im Hamburg-America-Center, einem vom US-Architekten Richard Meier entworfenen Bauwerk (Entwickler: DS-Bauconcept), sorgt der Verein Amerikazentrum Hamburg e. V. für zahlreiche kulturelle Angebote. Den größten Flächenanteil des direkt an den Park grenzenden Bürogebäudes nutzt seit Herbst 2011 die Buss-Gruppe für ihren neuen Firmensitz.

Unternehmensstandort Sandtorpark

Die drei Gebäude der benachbarten Coffee Plaza wurden ebenfalls von Pritzker-Preisträger Meier entworfen. Ihre Realisierung lag bei der Unternehmerfamilie Neumann sowie einem Joint Venture von DS-Bauconcept und der Neumann Gruppe, die seit Anfang 2010 den 13 Stockwerke hohen Elipsen-Turm belegt, der als architektonisches Markenzeichen des Quartiers weithin sichtbar ist. Als eines der ersten Unternehmen weihte dort GE Wind Energy GmbH sein neues Offshore-Technologie-Center ein. Künftig sollen sich auf den insgesamt 16.900 qm BGF weitere Unternehmen niederlassen.  

Zwei weitere Bürogebäude bieten am Sandtorpark Raum für Unternehmen: Zum einen entstand mit dem SKAI ein 16.000 qm BGF großer Neubau, der vom Hamburger Büro Böge Lindner Architekten entworfen wurde. Mit der WKU Windkraftunion AG, der Power Wind GmbH und der Areva Wind GmbH haben sich drei weitere Unternehmen aus der Windenergiebranche für das SKAI entscheiden. Ergänzend präsentiert E-Collection in einem Shop die neuesten alternativen Energiekonzepte von Kleinstwindanlagen bis zum E-Bike. Die übrigen Flächen sind ebenso vermietet: Das Quartier hat mit seinen Nutzern einen eigenen Nachhaltigkeitsschwerpunkt erhalten, auch wenn das ursprünglich nicht intendiert war.

Das Centurion-Geschäftshaus (14.600 qm BGF) südwestlich des Sandtorparks, entworfen von den österreichischen Architekten Baumschlager / Eberle, beziehen vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen. Das mit dem Umweltzeichen HafenCity in Gold vorzertifizierte Bürogebäude nutzt der Projektentwickler DC Commercial selbst, ebenso wie Mitinvestor Wölbern Invest und die Dahler & Company Group. Die übrigen Flächen in Büroeinheiten von 200 bis 400 qm sind weitgehend vermietet, die Erdgeschosse werden bereits von Gastronomen und Einzelhändlern genutzt. Das erste seit 2003 im Quartier ansässige Unternehmen war SAP mit seiner Geschäftsstelle und einem Schulungszentrum. Dem HafenCity-Pionier folgte 2006 Kühne + Nagel mit seiner Deutschland- und internationalen IT-Zentrale.

Seit Anfang 2011 ist das Quartier nahezu fertiggestellt. Lediglich der Bau eines Wohngebäudes nördlich des Grasbrookparks folgt 2012/13, wenn die Baustellen der U4 aufgelöst werden. Das Grundstück für 130 Wohnungen, einem Kindergarten und Einzelhandelsnutzungen wurde im Herbst 2011 vergeben.