Quartiere

Wohnen, Freizeit und Arbeiten in doppelter Wasserlage

Am größten Hafenbecken der HafenCity entsteht eine dichte Mischung aus intensiver Wohn- und Freizeitnutzung, grünen Freiräumen und Arbeitsplätzen


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In den kommenden Jahren entsteht auf beiden Seiten des längsten Hafenbeckens der HafenCity ein nachhaltiges „urbanes Dorf“ inmitten der Großstadt. Rund um den Baakenhafen entwickelt sich ein grünes Wohn- und Freizeitquartier mit einem differenzierten, teilweise geförderten Wohnangebot für Familien, Studenten und Senioren, bei dem unterschiedliche soziale Träger in die Entwicklung der Wohnkonzepte mit eingebunden sind, aber auch mit vielen Arbeitsplätzen. Topografisches Zentrum wird der Baakenpark, eine 1,6 ha große, künstlich angelegte Halbinsel im Wasser, die weitreichende Funktionen erfüllt: einerseits als Grünfläche und Erholungsgebiet, andererseits als Verbindung zwischen dem nördlichen und dem südlichen Quartiersteil.

Sukzessive schreitet die Entwicklung derzeit voran. Nach dem ersten Baustart im Nordwesten im Frühsommer 2015 und der Präsentation der Architekturentwürfe für das Areal rund um dem Lola-Rogge-Platz im November 2015 nehmen auch die großen westlich und östlich anschließenden Wohnungsbauvorhaben Form an. Ihre Architektur wurde im Januar 2016 präsentiert. Schon im Dezember 2015 endete die Auslobungsphase für die nächsten sechs Grundstückseinheiten (82a/b, 83b, 86, 88a–d, 96a/b, 97) erfolgreich. Die gut 800 Wohneinheiten und gewerblichen Flächen in attraktiver, doppelter Wasserlage an Baakenhafen und Elbe werden im Laufe des Jahres 2016 anhandgegeben – wie auch die weiteren Einheiten 96a/b, 97 und 99 an der Grenze zum Quartier Elbbrücken. Damit werden im Sommer 2016 bis auf drei Baufelder alle Grundstücke im Quartier vergeben sein. Gleichzeitig beginnen die Bauarbeiten für das nordwestliche Entree des Quartiers sowie für die zentralen Bau-abschnitte um den Lola-Rogge-Platz. Voraussichtlich bereits 2021 wird das gesamte Quartier bis auf Einzelvorhaben im Nordosten fertiggestellt sein.

Große Höfe zum Wasser

Den städtebaulichen Wettbewerb für das Quartier entschied im August 2011 das Büro APB Architekten (Hamburg) für sich. Der Entwurf überzeugt insbesondere mit der moderaten Höhenstaffelung der geplanten Gebäude. Durchweg sind vier bis sieben Geschosse, halb offene Blockstrukturen sowie einige kleinere, offene Varianten vorgesehen. Das südliche Teil-areal erhält zur Elbseite hin eine Bebauungsstruktur mit großzügigen Höfen, die sich zur Elbe hin öffnen und dennoch eine prägnante Stadtkante ausbilden.

Die rhythmisierte Blockbebauung der nördlich, zwischen Hafen und Versmannstraße gelegenen Grundstücke mit ihren unterschiedlich genutzten Gebäuden gewährleistet einen deutlichen Schutz vor Lärmemissionen der Versmannstraße und der Bahntrasse: Zur Straße einen Riegel bildend, öffnen sich die Gebäude zum Baakenhafen hin. Dank dieser städtebaulichen Konzeption werden die zum Wasser ausgerichteten Höfe vom Lärm abgeschirmt. Damit erhalten auch die zur Straße gelegenen Wohnungen eine lärmgeschützte Seite, da nur nach Norden ausgerichtete Wohnungen nicht möglich sind, sondern diese immer auch eine Südlage besitzen.

Erster Baubeginn

Einen wichtigen Schritt in der Quartiers-entwicklung markierte die Eröffnung der vielfach prämierten Baakenhafenbrücke im August 2013. Die 170 m lange Querung ist weit mehr als eine Quartiersbrücke. Sie sichert die Erschließung der östlichen HafenCity und zeitweise – während des Neubaus der Versmannstraße und der Verlängerung der U4 – die Verkehrsführung von und nach Hamburgs Süden. Das Mittelstück der Brücke ist mittels Tidekraft aushebbar, damit beispielsweise ein großes Museumsschiff weiterhin in den Baakenhafen gelangen kann.

Für die beiden Grundstücke am nordwestlichen „Eingang“ des Quartiers schreiten die Entwicklungen derweil weiter voran. An der Kreuzung Versmannstraße/Grandeswerderstraße entsteht mit dem „Campus Tower“ (80) direkt gegenüber der HafenCity Universität ab Frühsommer 2016 ein 15-geschossiger Büroturm sowie ein ruhig am Wasser gelegenes Gebäude mit einem Drittel geförderter Mietwohnungen und weiterer Eigentumswohnungen. Nach Entwürfen von Delugan Meissl Associated Architects (Wien) und sop architekten (Düsseldorf) entwickelt die GARBE Immobilien-Projekte GmbH insgesamt rund 22.000 m2 BGF.

Gleich nebenan laufen schon seit Frühsommer 2015 die Bautätigkeiten. Während DS-Bauconcept hier ein Familienhotel für die Jufa-Gruppe mit 220 Zimmern und gezielten Angeboten für Kinder und Jugendliche baut, verantwortet die Justus Grosse Projektentwicklung GmbH rund 150 öffentlich geförderte und frei finanzierte Wohnungen zwischen Versmannstraße und Hafenbecken (81a/b). Die Planungen stammen von KBNK Architekten und PFP Architekten (beide Hamburg). Das östlich am Gerda-Gmelin-Platz gelegene Grundstück (83a) wurde im Juni 2015 für eine außergewöhnliche Sportnutzung an die P&B SportsDome Management GmbH anhandgegeben. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Architekturwettbewerbs erfolgt der Baubeginn voraussichtlich 2017.

Urbanes Dorf

Auf dem südlichen Quartiersteil entsteht rund um den Lola-Rogge-Platz ein „urbaner Dorfkern“, der einen attraktiven Markplatz mit allen wichtigen Funktionen für die östliche HafenCity umfasst.

Nach den ersten Anhandgaben Ende 2014 an die GWG AG (Stuttgart) und die Richard Ditting GmbH & Co. KG wurden im November 2015 die Architekturen für die Bebauung dieses Zentrums (91, 92a/b, 93) vorgestellt. Nach Entwürfen von Lorenzen (Hamburg), Max Dudler (Berlin), KPW (Hamburg), Meck (München), Schenk + Waiblinger (Hamburg) sowie 6a (London) werden 436 Wohnungen mit Elb- und Baakenhafenblick gebaut. Die Projekte umfassen u. a. Mehr-Generationen-Wohnen für Familien, Studierende, Senioren sowie Menschen mit Behinderung. Es entstehen rund 70 % geförderter Wohnungsbau sowie 14 % mietpreisgedämpfte Wohnungen. In den Erdgeschossen werden ein Frischemarkt, eine Drogerie, kleine Läden und Gastronomie eröffnen. Auf dem zentralen Lola-Rogge-Platz ist ein Wochenmarkt vorgesehen, außerdem sind Freizeit-, Sport- und Kulturangebote geplant. Direkt nebenan (Baufeld 94 a–c) entsteht bis 2018 zudem ein Bildungs- und Familienzentrum mit Grundschule und Kita. Eine öffentliche Tiefgarage unter dem Lola-Rogge-Platz stärkt das Nahversorgungszentrum und berücksichtigt die Bring- und Holverkehre rund um Schule und Kita. Direkt daran anschließend nehmen auch die großen westlich und östlich gelegenen Wohnungsbauvorhaben (89, 90a und 95) Gestalt an. Sechs Baugenossenschaften (Allgemeine Deutsche Schiffszimmerer-Genossenschaft, Altonaer Spar- u. Bauverein, Hamburger Wohnen, Bauverein der Elbgemeinden, FLUWOG-NORDMARK sowie HANSA Baugenossenschaft), verschiedene soziale Träger sowie vier Baugemeinschaften realisieren ein äußerst vielfältiges und sozial gemischtes und gefördertes Wohnungsangebot. Dazu gehören die Familien-Baugemeinschaft „Tor zur Welt“, deren achtgeschossiger hybrider Holzbau das erste große innerstädtische Wohngebäude in Holzbauweise wird, die Baugemeinschaft „Arche Nora“ die sich an Frauen unterschiedlicher Generationen wendet, die Mieterbaugemeinschaft „Gemeinsam älter werden“ sowie die Baugemeinschaft „Kammerkombinat“ aus künstlerisch und kulturell aktiven Menschen. Familien- und altersgerechtes Wohnen ist somit in die im Januar 2016 präsentierten Entwürfe der Hamburger Büros Schaltraum, LRW, LA’ KET, bof, Huke-Schubert Berge sowie KADEN + LAGER aus Berlin und florian krieger aus Darmstadt ebenso integriert wie Sozial- und Therapieprojekte. Baubeginn der vielzitierten „Stadt für alle“ ist 2017.

Grüne Insel im Hafenbecken

Im April 2012 entschied das Atelier Loidl (Berlin) den international ausgelobten Freiraumwettbewerb zum Quartier Baakenhafen für sich. Der Siegerentwurf verbindet die abwechslungsreich geplanten Freizeitnutzungen geschickt mit der besonderen Hafenatmosphäre des Baakenhafen-Quartiers. Herzstück ist die 1,6 ha große Halbinsel Baakenpark, die ab Herbst 2017 mit Spielplatz, Spiel- und Gemeinschaftshaus, Bäumen und Wiesen zur aktiven Freizeitgestaltung und zum Erholen einlädt. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Aufschüttarbeiten läuft seit Sommer 2015 die umfangreiche Freiraumgestaltung. Eine Fußgängerbrücke nach Norden nach Entwurf der -Hamburger Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) sowie Knippers Helbig Advanced Engineering aus Stuttgart, die im Herbst 2016 eingehängt wird, schafft eine weitere räumliche Integration zwischen den beiden Landlagen.

Häuser im Wasser

Wegweisend für den anspruchsvollen Gesamtcharakter des Quartiers ist auch die Architektur der sechs im Hafenbecken entstehenden nachhaltigen „Wasserhäuser HafenCity“ nach Entwürfen des japanischen Pritzker-Preisträgers Shigeru Ban sowie von Szyszkowitz-Kowalski aus Graz. Als moderne Interpretation des Bauens auf dem Wasser fügen sich die filigranen Wohntürme in die maritime Architektursprache am Baakenhafen.

Verkehrlich perfekt angebunden

Verkehrlich wird das Quartier Baakenhafen hervorragend erschlossen sein. Schon 2011 wurde mit dem Bau der Erschließungsstraßen und mit der Sanierung der historischen Kaimauern begonnen. Bis 2017 wird die zentrale Versmannstraße auf das flutgeschützte Niveau von mehr als 8 m ü. NN aufgehöht und für zukünftige Verkehrsanforderungen ausgelegt. Zeitgleich zum Straßenbau erfolgt die Verlängerung der U4 von der Haltestelle HafenCity Universität bis zur Haltestelle Elbbrücken. Die Bauarbeiten schreiten voran, die Fertigstellung der Strecke sowie der U- und S-Bahnhöfe an den Elbbrücken erfolgt Ende 2018. Dann wird die U4 auch die östlichen Quartiere der HafenCity an das Hamburger U-Bahnnetz anbinden und einen Übergang zur S-Bahn bieten. Die Strecke zwischen den Haltestellen HafenCity Universität und Elbbrücken ist etwa 1,3 Kilometer lang, die Fahrzeit dauert rund zwei Minuten. Bis zur Baakenwerder Straße befindet sich die Bahn unterhalb der dann hochgelegten Versmannstraße und taucht in Richtung der Elbbrücken bis auf Brückenhöhe auf.

Nachhaltige Mobilität

Damit eine zukunftsweisende Verkehrs-infrastruktur den hochverdichteten urbanen Raum der östlichen HafenCity prägt, entsteht in den Quartieren Baakenhafen und Elbbrücken nicht nur ein attraktives ÖPNV-Angebot aus U-Bahn und Bussen, die Areale werden überdies zu einem flächendeckenden Labor für emissions-arme Mobilität. Hierfür realisieren die Bauherren pro Wohnung nur eine reduzierte Anzahl von 0,4 Stellplätzen, wodurch auch Baukosten für ein zweites Tiefgaragengeschoss eingespart und die Wohnungen preiswerter angeboten werden können. Die Bauherren verpflichten sich darüber hinaus, in allen Tiefgaragen mindestens 30 Prozent der Stellplätze mit Ladeinfrastrukturen für Elektromobile auszustatten und sich an der Entwicklung eines quartiersübergreifenden Carsharing-Systems zu beteiligen, sodass alle Haushalte Zugang zur Pkw-Nutzung haben, ohne selbst ein Auto besitzen zu müssen – und ohne die Nutzung öffentlicher Stellplätze im Straßenraum durch die Leihfahrzeuge. In 2016 wird der Betrieb des Carsharing-Systems mit einem Anteil von Elektrofahrzeugen ausgeschrieben, die Betreiberauswahl erfolgt in 2017. 

Quartiersprofil

  • Größe 24 ha
    Gesamt BGF: 395.000 qm

  • Arbeitsplätze und gewerbliche Nutzungen
    Arbeitsplätze: ca. 4.500 (inklusive Baakenhöft)
    Nutzungen: Büro, Freizeiteinrichtungen, Hotel, Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistungen

  • Wohnungen
    ca. 2.000

  • Besondere Einrichtungen
    1,6 ha große, künstlich aufgeschüttetes Grünareal für Spiel- und Freizeitangebote im Baakenhafen, Grundschule, Kita

  • Entwicklungszeitraum
    ab 2012 bis 2021 (bis auf Einzelvorhaben im Nordosten)