Quartiere

Unternehmensstandort an der Speicherstadt

Das Quartier Brooktorkai/Ericus ist durch seine Lage an der Schnittstelle zu Speicherstadt und bestehender Innenstadt besonders als Unternehmensstandort geeignet

Das Foto zeigt das Quartier aus der Vogelperspektive

Mit dem neuen SPIEGEL-Verlagshaus und dem Ericus-Contor erhielt die HafenCity ein zentrales Entree, dessen "Fenster" in der Fassade als einladende Geste wirkt. In der anschließenden Mäanderstruktur des Brooktorkais residiert u.a. der Germanische Lloyd. (© Kuhn / Fotofrizz) Bilderserie starten

Ein maritimes Flair zeichnet das Quartier Brooktorkai/Ericus aus: Es wird von den historischen Backsteinbauten der Speicherstadt, dem Brooktorhafen und dem Verbindungskanal zum Holländischbrookfleet eingerahmt. Prägend für den Brooktorkai ist eine mäandrierende Gebäudestruktur, die durch drei neungeschossige Punkthäuser aufgelockert und pointiert wird. Die Speicherstadt ist hier Milieugeber: Deren Farbigkeit wird durch Verblendungen aus rotem Backstein zitiert. Das Büro gmp von Gerkan, Marg und Partner (Hamburg) hatte den städtebaulichen Wettbewerb für den Brooktorkai (ohne Ericusspitze) gewonnen. Die Architektenwettbewerbe entschieden neben gmp auch Jan Störmer Architekten (Hamburg) sowie Antonio Citterio and Partners (Mailand) für sich.

Den westlichen Quartiersteil mit insgesamt 54.000 m2 BGF realisierten die Germanische Lloyd AG (heute: DNV GL) und die Quantum Immobilien AG: Der Einzug der 1.600 Mitarbeiter des Germanischen Lloyd im März 2010 ist die bislang größte Unternehmensansiedlung in der HafenCity. In einem der drei Türme des Ensembles befinden sich 30 Wohnungen mit Blick auf den entstehenden Lohsepark. In direkter Nachbarschaft bereitet die International School of Management (ISM) seit 2010 Studierende auf Tätigkeiten in der internationalen Wirtschaft vor.

Großes Verlagshaus am Eingang zur HafenCity

Am nordöstlichen Entree der HafenCity errichteten die Robert Vogel GmbH & Co. KG und die ABG Unternehmensgruppe ein neues Verlagshaus für die Spiegel-Gruppe sowie das Ericus-Contor mit weiteren Büroflächen. Im September 2011 führte der Verlag seine unterneh-merischen Aktivitäten hier auf rund 30.000 m2 BGF zusammen. Der Spiegel-Neubau wurde 2012 mit dem Umweltzeichen HafenCity in Gold ausgezeichnet. Das Verlagshaus und das Ericus-Contor (20.000 m2 BGF) mit ihren hellen Fassaden und dem gemeinsamen massiven Sockel wurden vom Büro Henning Larsen Architects (Kopenhagen) geplant. Ihr Konzept stellt ebenfalls enge Bezüge zur Speicherstadt, aber auch zur Elbphilharmonie her und wird so dem Standort mit seiner hohen städtebaulichen Bedeutung als Entree zur HafenCity gerecht. Wegen der Verkehrslärmbelastung des Standorts hat das Wohnen in diesem kleinen Quartier ausnahmsweise nur eine geringe Bedeutung.

Eine Brücke wie ein Platz

Eine Erweiterung des Freiraums stellt die von Dietmar Feichtinger (Paris, Wien) entworfene Shanghaibrücke dar, die den Brooktorhafen quert. Fast so breit wie lang, bietet die wie ein Platz wirkende Brücke großzügige Fußgänger- und Radfahrerbereiche. 2006 kürte der Architekten- und Ingenieurverein Hamburg sie zu einem von drei Hamburger Bauwerken des Jahres. Auf der Nordseite führt die Promenade unter der Brücke entlang und ermöglicht somit eine straßenquerungsfreie Verbindung von der Ericusspitze bis zur Elbe. Diese führt vorbei am Brooktorhafen, über den im Juni 2011 als Teil des Freiraumensembles rund um den Magdeburger Hafen eingeweihten Dar-es-Salaam-Platz, passiert eine weitere von Dietmar Feichtinger entworfene und 2007 prämierte Fußgängerbrücke, die León-Brücke, und geht entlang am Magdeburger Hafen ab August 2014 an der HCU vorbei bis zum Baakenhafen. Auch hier zeigt sich: Brücken sind in Verbindung mit den Promenaden das Rückgrat der feinmaschigen Fußwegeerschließung der HafenCity.

Wechsel der Ebenen

Die Gestaltung der weiteren Freiräume auf dem Brooktorkai und der Ericusspitze verantworteten WES & Partner Landschaftsarchitekten (Hamburg). Nach ihren Entwürfen entstand auf der Brooktorkai-Promenade ein 30 m langes Steinsofa, das Aussichten auf die Hafenbecken bietet. Eine großzügige Stufenanlage an der Ericusspitze lädt zum Wechsel der Ebenen ein, über Sitz- und Gehstufen gelangen Flaneure hinauf zu einer Plaza mit weitem Blick über den Ericusgraben und den Oberhafen.

Quartiersprofil

  • Größe 4 ha
    Gesamt BGF: 106.000 m²

  • Arbeitsplätze und gewerbliche Nutzungen
    Arbeitsplätze: ca. 3.350
    Nutzungen: Büro, Bildung, Einzelhandel, Gastronomie

  • Wohnungen
    30

  • Entwicklungszeitraum
    2007 bis Ende 2011