Stadträume
Die Freiräume der westlichen HafenCity
Große und kleinere Plätze, Promenaden an und auf dem Wasser sowie zwei grüne Parks – ein Kanon abwechslungsreicher Stadträume prägt den Westen des neuen Stadtteils. Ein spanisches Büro gestaltet weite Teile des Gebiets; die Mehrzahl seiner Entwürfe wurden bereits realisiert
Gut besuchte Freiräume: Von den Magellan-Terrassen führt eine sanierte historische Brücke auf die schwimmende Platzanlage des Traditionsschiffhafens (© ELBE&FLUT) Bilderserie starten
Bereits 2002 war über die Gestaltung des Freiraums in der westlichen HafenCity entschieden worden. In einem entsprechenden Wettbewerb hatte sich das Architekturbüro EMBT Arquitectes Associats aus Barcelona durchgesetzt. Kunstvoll inszenierten die Planer das Wechselspiel von Land und Wasser und auch die Gezeiten wurden als gestalterisches Element eingesetzt; hafentypisch strengere Formen kontrastieren nun mit mediterranen leichten Einflüssen.
Zwei große Plätze entstanden bereits an den Köpfen von Sandtorhafen (Magellan-Terrassen) und Grasbrookhafen (Marco-Polo-Terrassen). Weltläufigkeit wird schon durch ihre Benennung nach berühmten Entdeckern ausgedrückt und ihre Bezeichnung als Terrassen beschreibt die Art der Anlagen: Ähnlich einem Amphitheater treppen sich beispielsweise die 2005 fertiggestellten, 4.700 qm großen Magellan-Terrassen auf mehreren Ebenen zum Wasser ab.
Von diesem Platz aus schweift der Blick auf die zukünftige Elbphilharmonie, die Elbe und den 2008 eröffneten Traditionsschiffhafen im Sandtorhafen, der ebenfalls Teil des Freiraumkonzepts ist: Historische Brücken führen hinunter zu eigens gefertigten, geschwungenen 340 m langen Pontonanlagen. 5.600 qm Fläche bietet dieser schwimmende Platz; er hebt und senkt sich mit den Gezeiten und gewährt so stets direkten Zugang zum Wasser. Zudem stellt er einen festen Liegeplatz für rund 20 historische fahrbereite Wasserfahrzeuge.
Anders als die eher urban geprägten Magellan-Terrassen zeichnen sich die 2007 eröffneten Marco-Polo-Terrassen durch ihren weichen und grünen Charakter aus. Grasinseln und Holzdecks laden zum Sitzen, Liegen und Verweilen ein. Schatten oder Regenschutz bieten Amberbäume, Sumpfzypressen und Weiden. Der 6.400 qm große Platz gewährt Aussichten auf die Elbe und den Grasbrookhafen, wo ab 2011 eine moderne Sportboot-Marina gebaut wird. Im Anschluss an die Marco-Polo-Terrassen sind auch die ersten Freiräume auf dem Strandkai entstanden – eine große Freitreppe prägt das erste direkt an der Elbe fertiggestellte Stück HafenCity.
Kleinere privatere Plätze, Promenaden und Treppen entstanden am Dalmannkai. Auf dem Vasco-da-Gama-Platz, einem Quartiersplatz für Bewohner und Besucher, wurde ein Basketballspielfeld angelegt, auf der Dalmannkaipromenade wachsen Kirschbäume. Einendes Element für zahlreiche Stadträume von EMBT sind unter anderem die verklinkerten Warftwände, deren Gestaltung an vielen Stellen Motive aus der Speicherstadt aufnimmt.
Bereits realisiert wurden ebenfalls die Entwürfe des Büros BHF Landschaftsarchitekten aus Kiel. Mit dem Sockel und der Promenade am Sandtorkai gestaltete es eine Schnittstelle der HafenCity zur historischen Speicherstadt und wurde dafür vom Jahrbuch "Architektur in Hamburg“ mit dem Preis "Beste Projekte 1989–2008" ausgezeichnet.
Aber auch Grünflächen prägen das Stadtbild. Im Westen gehören Sandtorpark und Grasbrookpark zum Freiraumkonzept von EMBT. Der mit Hügeln, Bäumen und einer Spielwiese gestaltete Sandtorpark schafft eine städtebauliche Klammer für verschiedenartige Nutzungen, indem sich die Materialien und die Bodengestaltung der Magellan-Terrassen auf den Freiflächen rund um den Park und die Gebäude der Nachbarschaft fortsetzen. Heute ist er als Grünfläche schon fertiggestellt, wegen der angrenzenden Hochbauvorhaben ist er aber erst ab Frühjahr 2011 nutzbar.
Bereits eröffnet ist seit Sommer 2008 der 850 qm große Schatzinsel-Spielplatz am View Point. Nach der in 2013 geplanten Fertigstellung des Grasbrookparks wird er dort durch eine wesentlich größere Spielfläche ersetzt.







