Stadträume

Die Freiräume der westlichen HafenCity

Große und kleinere Plätze, Promenaden an und auf dem Wasser sowie zwei grüne Parks – ein Kanon abwechslungsreicher Stadträume prägt den Westen der HafenCity.

Gut besuchte Freiräume: Die Marco-Polo-Terrassen in der westlichen HafenCity (© Marco A. Arellano HCH) Bilderserie starten

Bereits 2002 war über die Gestaltung des Freiraums in der westlichen HafenCity entschieden worden. In einem entsprechenden Wettbewerb hatte sich das Architekturbüro EMBT Arquitectes Associats aus Barcelona durchgesetzt. Kunstvoll inszenierten die Planer das Wechselspiel von Land und Wasser und auch die Gezeiten wurden als gestalterisches Element eingesetzt; hafentypisch strengere Formen kontrastieren nun mit mediterranen leichten Einflüssen.
 
Zwei große Plätze entstanden an den Köpfen von Sandtorhafen (Magellan-Terrassen) und Grasbrookhafen (Marco-Polo-Terrassen). Weltläufigkeit wird schon durch ihre Benennung nach berühmten Entdeckern ausgedrückt und ihre Bezeichnung als Terrassen beschreibt die Art der Anlagen: Ähnlich einem Amphitheater treppen sich beispielsweise 4.700 qm großen Magellan-Terrassen auf mehreren Ebenen zum Wasser ab.

Von diesem Platz aus schweift der Blick auf die Elbphilharmonie, die Elbe und den Traditionsschiffhafen im Sandtorhafen, der ebenfalls Teil des Freiraumkonzepts ist: Historische Brücken führen hinunter zu eigens gefertigten, geschwungenen 340 m langen Pontonanlagen. 5.600 qm Fläche bietet dieser schwimmende Platz; er hebt und senkt sich mit den Gezeiten und gewährt so stets direkten Zugang zum Wasser. Zudem stellt er einen festen Liegeplatz für rund 20 historische fahrbereite Wasserfahrzeuge.

Anders als die eher urban geprägten Magellan-Terrassen zeichnen sich die Marco-Polo-Terrassen durch ihren weichen und grünen Charakter aus. Grasinseln und Holzdecks laden zum Sitzen, Liegen und Verweilen ein. Schatten oder Regenschutz bieten Amberbäume, Sumpfzypressen und Weiden. Der 6.400 qm große Platz gewährt Aussichten auf die Elbe und den Grasbrookhafen, wo noch eine moderne Sportboot-Marina entsteht. Im Anschluss an die Marco-Polo-Terrassen sind auch die ersten Freiräume auf dem Strandkai entstanden – eine große Freitreppe prägt das direkt an der Elbe fertiggestellte Stück HafenCity.

Kleinere privatere Plätze, Promenaden und Treppen entstanden am Dalmannkai. Auf dem Vasco-da-Gama-Platz, einem Quartiersplatz für Bewohner und Besucher, wurde ein Basketballspielfeld angelegt, auf der Dalmannkaipromenade wachsen Kirschbäume. Einendes Element für zahlreiche Stadträume von EMBT sind unter anderem die verklinkerten Warftwände, deren Gestaltung an vielen Stellen Motive aus der Speicherstadt aufnimmt.

Ebenfalls realisiert wurden die Entwürfe des Büros BHF Landschaftsarchitekten aus Kiel. Mit dem Sockel und der Promenade am Sandtorkai gestaltete es eine Schnittstelle der HafenCity zur historischen Speicherstadt und wurde dafür vom Jahrbuch "Architektur in Hamburg“ mit dem Preis "Beste Projekte 1989-2008" ausgezeichnet.

Aber auch Grünflächen prägen das Stadtbild. Im Westen gehören Sandtorpark und Grasbrookpark zum Freiraumkonzept von EMBT. Der mit Hügeln, Bäumen und einer Spielwiese gestaltete Sandtorpark schafft eine städtebauliche Klammer für verschiedenartige Nutzungen, indem sich die Materialien und die Bodengestaltung der Magellan-Terrassen auf den Freiflächen rund um den Park und die Gebäude der Nachbarschaft fortsetzen.

Bis zum Sommer 2013 wird darüber hinaus der 7.100 qm große Grasbrookpark fertiggestellt. Als großer grüner Spielpark bildet er die südliche Schnittstelle zum benachbarten Quartier Strandkai.