Mobilität

Kreuzfahrtterminal: reduzierte Emissionen in der HafenCity

Nur wenige Metropolen weltweit können Kreuzfahrtschiffe so stark in die innere Stadt integrieren, doch in Hamburg machen die Ozeanriesen direkt im Herzen einer Großstadt fest. Zunächst müssen jedoch Herausforderungen gelöst werden, die diese Integration des Kreuzfahrtbetriebs mit sich bringt

Das Foto zeigt die Queen Mary II am Strandkai

Anläufe von Kreuzfahrtschiffen zählen zu den Attraktionen der HafenCity. Dass Ozeanriesen wie die Queen Mary 2 während ihrer Liegezeiten auch Emissionen verursachen, wurde bei der Planung des neuen Stadtteils bereits berücksichtigt (© ELBE&FLUT) Bilderserie starten

Sobald das Überseequartier, das Quartier Strandkai und damit auch das dauerhafte Kreuzfahrtterminal fertiggestellt sind, werden die größten Kreuzfahrtschiffe der Welt hier mitten im Herzen eines rund um die Uhr belebten Stadtteils festmachen. Diese besonders zentrale Lage des Cruise Centers trägt zur besonderen Attraktivität der HafenCity und der gesamten Hansestadt bei, stellt gleichzeitig aber auch eine Herausforderung dar; denn selbst während der Liegezeiten müssen Kreuzfahrtschiffe ihren Strom durch Dieselmotoren erzeugen, wobei Emissionen entstehen.

Dieser Tatsache wurde schon früh Rechnung getragen. So sieht der Bebauungsplan für die HafenCity in Nachbarschaft der Liegeplätze, also im südlichen Überseequartier und auf dem südöstlichen Strandkai, ausschließlich Bürogebäude vor. Wenn Kreuzfahrtschiffe festmachen, werden diese Bauten bei geschlossenen Fenstern kontrolliert be- und entlüftet, so dass Emissionen nicht ins Innere eindringen können.

Wohnnutzung ist uneingeschränkt bereits wieder im Norden des Überseequartiers sowie im Norden und Westen des Strandkais möglich. Obwohl die Thematik der Emissionen damit bereits berücksichtigt ist, stehen noch Verbesserungen an: Dank einer EU-Vorschrift ist der Schwefelanteil am Schiffsdiesel für Kreuzfahrtschiffe seit 2010 auf 0,1 % gesunken; davor galten Grenzwerte von 1,5 % für Fahrten auf der Elbe und bei 4,5 % auf offener See (außer Nord- und Ostsee).

Eine weitere, radikale Reduzierung der Emissionen könnte durch eine Landstromanlage erreicht werden: An sie angeschlossene Schiffe würden ihre Motoren im Hafen weitestgehend herunterfahren. Diese häufig diskutierte Option setzt jedoch nicht nur eine Umrüstung für die Vielzahl verschiedener Schiffe voraus, sondern auch eine europaweite Regelung, da ansonsten die Schiffe zukünftig Hamburg wegen der hohen Anschluss- und Betriebskosten meiden würden. Ein Alleingang Hamburgs wäre daher wenig zielführend; noch fehlen internationale Standards für Stromstärke und -spannung sowie für die Normung der Anschlüsse zwischen Landstromanlage und Schiff. Was bei regelmäßig verkehrenden Fähren bereits gut funktioniert, erweist sich als schwierig für Kreuzfahrer, die jeden Standort nur wenige Male im Jahr anlaufen.