Nachhaltigkeit

Saubere Wärmeenergie für einen neuen Stadtteil

Niedrige CO2-Emissionen dank übergreifender Lösungen: Einsparpotentiale nutzt das Energiekonzept der HafenCity effektiv aus; gleichzeitig ergänzen sich Fernwärme und Nahwärme – beispielsweise aus dezentralen geo- oder solarthermischen Anlagen – zu einem effizienten Energiemix

Das Foto zeigt die Brennstoffzelle am Großen Grasbrook

Auf dem Großen Grasbrook erprobt der Energieversorger Vattenfall eine Brennstoffzelle im Pilotbetrieb, aber auch andere Zukunfttechnologien kommen in der HafenCity zum Einsatz (© Vattenfall)

In der HafenCity wird die Wärmeenergieversorgung durch ebenso innovative wie nachhaltige Konzepte sichergestellt. Wohngebäude werden nicht allein mit Fernwärme beliefert, denn Nahwärme (beispielsweise erzeugt in dezentralen Blockheizkraftwerken, Brennstoffzellen oder solarthermischen Anlagen) ergänzt den Energiemix. Auch Wärmepumpen beziehungsweise Geothermie kommen verstärkt bei der Gebäudeklimatisierung zum Einsatz. Unter anderem werden solche Lösungen durch das 2007 eingeführte Umweltzeichen HafenCity gefördert.
 
Schon 2003 war in einem europaweiten Verfahren der Auftrag für die Wärmeversorgung des westlichen Stadtteils vergeben worden: Ein Grenzwert von 175g/kWh Kohlenstoffdioxidemissionen durfte hier nicht mehr überschritten werden, während die technischen Lösungen zur Erreichung des Ziels den Bietern überlassen wurden. Gegenüber einer gebäudebezogenen gasbetriebenen Wärmeversorgung ließ sich so der Schadstoffausstoß um 27 Prozent reduzieren.

Bei der Wärmeversorgung der östlichen HafenCity wird sogar eine CO2-Kennziffer von nur noch 89 g/kWh erreicht. Den entsprechenden europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb entschied 2009 Dalkia Energie Services für sich: Einen in der Ausschreibung geforderten Grenzwert von 125 g/kWh hatte der Energiedienstleister deutlich unterboten.

Sein Konzept sieht ein Nahwärmeversorgungsnetz vor, welches durch verschiedene Erzeugungseinheiten innerhalb und außerhalb der HafenCity gespeist wird. Zum Einsatz kommen dabei mit einer Holzverbrennungsanlage, einer Biomethan-Brennstoffzelle sowie einer Wärmepumpe überwiegend regenerative Energieträger. Aufgrund seiner dezentralen Struktur kann das System gemeinsam mit dem Stadtteil wachsen. Diese Flexibilität galt als wichtiges Vergabekriterium: Da die HafenCity erst in den 2020er-Jahren fertiggestellt wird, kann ihr künftiger Bedarf noch nicht exakt bestimmt werden.

Weitere innovative Lösungen der Energieversorgung loten auch mehrere Forschungs- und Zukunftsprojekte in der HafenCity aus. So wird auf dem Großen Grasbrook getestet, wie Raumluft durch den Einsatz von Geothermie entfeuchtet werden kann. Am zentralen Heizwerk läuft – ebenfalls auf dem Großen Grasbrook – eine Brennstoffzelle im Pilotbetrieb und an der Oberbaumbrücke, also am zentralen Entrée der HafenCity, ist seit Anfang 2012 eine Tankstation für die wachsende Wasserstoffbus-Flotte der Hamburger Hochbahn AG in Betrieb.