Nachhaltigkeit

Viele Wege zur nachhaltigen Stadt

Die Verkehrsplanung für die HafenCity zeichnet sich durch eine nachhaltige Grundkonzeption aus: Nichtmotorisierte Verkehrsarten und der Öffentliche Personennahverkehr haben im neuen Stadtteil Vorfahrt

Das Foto zeigt eine Bushaltestelle in der HafenCity

Eine Hauptrolle bei der nachhaltigen Erschließung des Stadtteils übernimmt der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV). Die Führung der Buslinien kann flexibel veränderten Entwicklungen in der HafenCity angepasst werden (© Julian Sippel) Bilderserie starten

Nachhaltigkeit als ökologische und soziale Qualität ist einer der wichtigsten Maßstäbe, an denen sich auch die Verkehrsplanung in der HafenCity ausrichtet. Schon ihre innerstädtische zentrale Lage und ihre besonders feinkörnige Mischung von Arbeits-, Freizeit- und Wohnnutzungen machen sie zu einem Stadtteil der kurzen Wege. Zudem werden hier nur wenige langgestreckte Gebäuderiegel realisiert. In anderen Vierteln bedingen solche zusammenhängende Häuserzeilen viele Umwege, wohingegen Fußgänger und Fahrradfahrer in der HafenCity sogar die Privatflächen zwischen den einzelnen Häusern nutzen können.

Das Fuß- und Fahrradwegenetz kann daher außergewöhnlich engmaschig gestaltet werden. Im Vergleich zu Hamburgs gründerzeitlichen Vierteln fällt das Verhältnis von Fußwegen und Straßen in der HafenCity wesentlich günstiger aus: Fußgängern stehen hier zweieinhalbmal mehr Wegkilometer zur Verfügung als Kraftfahrern; im fast ebenso dicht bebauten Eimsbüttel beträgt das Verhältnis 5:4. Dabei werden 70 % der Wege abseits vom Autoverkehr geführt, viele sogar direkt am Wasser.

Auch Beeinträchtigungen durch den ruhenden Autoverkehr sind auf ein Minimum reduziert: Die hochwassersicheren Warftsockel des Stadtteils werden als Tiefgaragenplätze ausgebildet. Durch den damit ermöglichten Verzicht auf oberirdische Parkhäuser wird die Ressource Boden intensiv und schonend genutzt.

Eine weitere Hauptrolle bei der nachhaltigen Erschließung des Stadtteils übernimmt der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV). Dessen zentrale Verkehrsader entsteht bis 2012 mit der neuen U-Bahn-Linie U4. Allein den Streckenabschnitt zwischen Jungfernstieg und Überseequartier werden dann täglich rund 35.000 Fahrgäste nutzen, was umgerechnet etwa 26.000 eingesparten PKW-Fahrten pro Tag entspricht.

Neben der U4 stehen weitere Nahverkehrsdienste zur Verfügung. Westlich und nördlich der HafenCity sind dies die bestehenden U-Bahn-Haltestellen Baumwall (U3) und Meßberg (U1). Zu Wasser bedient die Fährlinie 62 der HADAG ab 2010 den Dalmannkai, weitere Anleger folgen.

Ergänzend bieten die bereits in der HafenCity verkehrenden Busse der Hamburger Hochbahn – vor allem während der Entstehungsphase des Stadtteils – einen unschlagbaren Vorteil: Ihre flexible Linienführung kann regelmäßig dem aktuellen Entwicklungsstand angepasst werden. Derzeit bedienen die Linien 3, 4 und 6 die HafenCity; mit der vom Bahnhof Altona ausgehenden Buslinie 212 steht für 2010 die nächste Ergänzung am Start. Besonders innovativ sind dabei die auf der Linie 6 verkehrenden emissionsfreien  Brennstoffzellen-Busse.

Wie in der gesamten Innenstadt werden ÖPNV sowie nichtmotorisierter Individualverkehr jetzt noch mehr integriert: Im Sommer 2009 startete das neue Fahrradleihsystem der DB AG . Allein in der HafenCity können die roten Räder künftig an vier Stationen entliehen werden, die erste wird im Frühjahr 2010 am Großen Grasbrook entstehen. So ist es möglich, aus anderen Stadtteilen oder der Metropolregion mit dem ÖPNV bequem in die HafenCity zu gelangen und hier dann aufs Rad umzusteigen. Zusätzlich laufen die Planungen für "shared spaces", die Einführung einer Wasserstofftankstelle und die Weiterführung der U4 in den Osten der HafenCity.