Stadträume

Vielseitige Freiräume im Überseequartier

Kontrastreiche Freiräume kennzeichnen das zentrale Überseequartier. Im Fokus der Freiraumplanung für das pulsierende Herz der HafenCity steht der Überseeboulevard, doch zugleich finden sich auch geschütztere und privatere Orte

Der Überseeboulevard stellt das kommerzielle Herzstück der HafenCity dar (© ELBE&FLUT) Bilderserie starten

In kontrastreichen Freiräumen findet der dichte Nutzungsmix des Überseequartiers seine Entsprechung: Mal öffnen sich diese zu großzügigen Boulevards, Plätzen oder Terrassen, mal bieten sie geschütztere Räume; mal laden sie zum Flanieren, dann wieder zum Verweilen ein. Für die Freiraumgestaltung des Überseequartiers, der beiden Ufer des Magdeburger Hafens und des St. Annen Platzes wurde seinerzeit ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben. Die Siegerentwurf des Freiraumwettbewerbs der Architektin Beth Galí mit ihrem Büro BB + GG Arquitectes aus Barcelona sieht für sämtliche Stadträume des Quartiers übergreifende Bodenbeläge aus braunem, grauem und rötlichem Granit vor. Längsstreifen betonen den Überseeboulevard; die Bereiche um den St. Annen Platz und den Magdeburger Hafen heben sich durch Querstreifen davon ab.

Spannend ist auch die bis zu 12 Meter breite Wasserpromenade entlang der Osakaallee. Rampen, Stufen und Grünböschungen verbinden das hochwassergeschützte Straßenniveau mit dem Magdeburger Hafen. In diesen Höhensprung ist der HafenCity Nachhaltigkeitspavillon Osaka 9 integriert, der auf sehr anschauliche Weise über die unterschiedlichen Handlungsfelder nachhaltiger Stadtentwicklung informiert. Den Besucher erwartet ein ungewöhnlicher Ausstellungsraum: Eine Raumskulptur aus Stapeln gebrauchter Europaletten nimmt Bezug auf den Hafen und integriert multimediale Informationen rund um die Themen nachhaltiger Stadtentwicklung.

Entlang des Magdeburger Hafens und des sich im Norden anschließenden Brooktorhafens sind qualitätsvolle Wegeverbindungen entstanden – sowohl durch Promenaden, welche die Wasserplätze komplett umlaufen, als auch durch neue Plätze und Brücken. Auf der Brooktorkaipromenade gibt ein 30 Meter langes Steinsofa Aussichten über die Hafenbecken frei. Eine Fußgängerbrücke verbindet die Promenade über das St.-Annen-Fleet mit dem Überseequartier.

Architektonischer Höhepunkt am Ostufer des Magbeburger Hafens ist der zwei Stockwerke hohe Arkadenraum der Elbarkaden. Diese sich zum Wasser hin öffnende "Stadtloggia" verläuft parallel zu einem auf alten Pfählen neu konstruierten Pier entlang des Magdeburger Hafens.

Neben dem Magdeburger Hafen ist der Überseeboulevard ein wichtiger Kern der Freiraumplanung. Wie ein mäandrierender Fluss läuft der Boulevard von Norden nach Süden durch das gesamte Quartier und lässt durch geschwungene Laufwege und Fassaden abwechslungsreiche Stadträume entstehen. Auch in seiner Breite variiert der Boulevard und öffnet sich an manchen Stellen zu Plätzen. Auf der gesamten Fläche, also auch an den Uferpromenaden des Magdeburger Hafens und am St. Annen Platz, spielt Beth Galí mit Höhenunterschieden: Rampen, Treppen oder Terrassen verbinden verschiedene Ebenen und schaffen geschütztere Stadträume im ansonsten quirligen Überseequartier.