Leben

Sport-Stadt HafenCity

In Bewegung bleiben – dazu lädt die HafenCity ihre Bewohner und zahlreichen Besucher immer wieder ein. Möglichkeiten der sportlichen Betätigung werden schon bei der Konzeption vieler Orte berücksichtigt, denn häufig stellt Sport eine weitere Variante städtischer Erfahrung dar. Doch auch zahlreiche eigens konzipierte Sportstätten entstehen, viele von ihnen unter freiem Himmel sowie an oder auf dem Wasser

Die Trendsportart Parkour begreift den städtischen Raum als Sportstätte. In der HafenCity finden ihre Anhänger attraktive Bedingungen vor

Die Trendsportart Parkour begreift den städtischen Raum als Sportstätte. In der HafenCity finden ihre Anhänger attraktive Bedingungen vor (© Miguel Ferraz 2012) Bilderserie starten

Schon ihre städtebauliche Konzeption macht die HafenCity zu einem Ort der Bewegung: Freizeit-, Wohn- und Arbeitsnutzungen werden dicht gemischt, oft sind dazwischen nur noch kurze Wege zurückzulegen und dank des engmaschigen Netzes an Fuß- und Fahrradwegen kann auf das Auto häufig verzichtet werden.

Allein die Stadträume am Wasser erstrecken sich zukünftig über eine Länge von 10,5 Kilometern. Meist werden sie als Promenaden, mitunter auch als Plätze gestaltet. Menschen jeden Alters werden sie nicht nur nutzen, um von A nach B zu gelangen, sondern auch, um bewusst in Bewegung zu bleiben. Denn die Stadträume laden u.a. zum Joggen oder Fahrradfahren ein, aber auch zum Walken oder einfach zum Spazierengehen. Im Grasbrookpark (Fertigstellung Sommer 2012) und im Lohsepark entstehen vielfältige Bewegungsräume, darunter Kletter- und Spielmöglichkeiten für Kinder, an deren Entwicklung die Kinder und Schüler in der HafenCity aktiv beteiligt wurden.

Jede dieser verschiedenen Bewegungsarten bedingt eine andere Art der städtischen Erfahrung: Zahlreiche Eindrücke vom neuen Stadtteil verbinden sich bei schnellerer Fortbewegung zu einem spannenden aber stets veränderlichen Gesamtbild, bei langsamerer Fortbewegung bleibt mehr Zeit, um einzelne Eindrücke auch im Detail aufzunehmen.

Die Fortbewegung in den Stadträumen eröffnet  völlig neue Perspektiven. Die Treppen, Terrassen oder Rampen, die manchmal direkt ans Wasser und dann wieder durch dicht bebaute Straßenzüge führen, erzeugen die unterschiedlichen Höhenniveaus.

Kinder und Jugendliche erschließen sich den Stadtteil sportlich, indem sie beispielsweise an den hochwassersicheren Warftsockeln hinaufklettern – durch einzelne vorspringende Steine wird dies erleichtert. Andere nutzen etwa die Magellan-Terrassen zum Skaten und auf dem Großen Grasbrook wurde ein erster Kinderspielplatz angelegt, dem weitere folgen werden.
In Kooperation mit dem Skateboard e.V. wurde eine 600 qm große Fläche nahe dem HafenCity Cruise Terminal zu einer Skater-Anlage umfunktioniert. Die Fläche wurde dem Skateboard e.V. im Juni 2012 zunächst für ein Jahr zur Nutzung überlassen. Die Nutzungszeit wird aber – bis die Fläche Anhand gegeben und dem neuen Bauherren zur Planung und Bebauung überlassen wird – wahrscheinlich verlängert.

Die HafenCity Hamburg GmbH hat außerdem die „Obstacles“ finanziert, an denen die Skater auf der Anlage springen können. Der Verein Skateboard hat die Anlage aufgebaut und betreibt sie. Die Obstacles sind beweglich und können für Großevents wie die HafenCity Cruise Days, wenn sehr viele Besucher in die HafenCity und besonders an den Strandkai kommen, abgeräumt werden. Das Skaten ist auf den anderen Plätzen der HafenCity weiterhin unter den dort geltenden Bedingungen möglich, die neue Skater-Anlage stellt daher ein zusätzliches Angebot dar.

Bereits zuvor wurden manche Stadträume gezielt für sportliche Nutzungen gestaltet. Ebenfalls auf dem Großen Grasbrook können Boule-Fans ihrem Sport nachgehen und auf dem Vasco-da-Gama-Platz befindet sich ein gern genutzter Basketballcourt. Eine große Sportanlage wird im Oberhafenquartier entstehen, weil die Flächen im Oberhafen derzeit für den Güterumschlag der Bahn genutzt werden, kann mit dem Bau erst ab 2014 begonnen werden.

Sie wird für den Schulsportbedarf von ca. 60 Klassen (zwei Grundschulen und ein Gymnasium) ausgelegt und berücksichtigt auch den allgemeinen Schul- und Freizeitbedarf.

Mit dem Störtebeker SV gibt es einen Sportverein, der Sportangebote für die HafenCity, sowie für die Alt- und die Neustadt bietet. Vor allem die Fußball-Abteilung des Vereins ist bereits sehr aktiv. Weiter im Angebot sind Kinderturnen, Karate, Tennis und Fitness. Der Verein kann u.a. die Sporthalle in der Katharinenschule nutzen, die für solche Nutzungen aus der Nachbarschaft nach Schulschluss und am Wochenende zur Verfügung steht.

Als echtes Aktiv-Quartier ist das Quartier Baakenhafen im Osten der HafenCity geplant. Einzelprojekte sind hier zwar noch nicht beschlossen, befinden sich aber zurzeit in der Phase intensiver Konzeptionierung. Hauptsächlich für den Freizeitsport sollen vielfältige Anlagen entstehen, die teilweise in Hamburg noch beispiellos sind; mit zahlreichen Nutzern aus der gesamten Metropolregion ist also zu rechnen. Neben klassischen Angeboten könnte zum Beispiel ein Badeschiff realisiert werden, das sich im Winter mitten im Baakenhafen auch als Schlittschuhbahn genutzt werden könnte. Ebenfalls auf beziehungsweise über dem Wasser könnte ein Kletterparcours oder Hochseilgarten entstehen.
Als Angebot auch für ältere Menschen ist zum Beispiel ein Generationenspielplatz denkbar, dessen Übungsgeräte nicht wie auf einem Trimm-dich-Pfad hintereinander angeordnet, sondern an zwei Orten gruppiert werden. So entstünde schnell ein verbindendes Gefühl gemeinsamer sportlicher Betätigung.
Bei jedem Wetter nutzbar wäre ein Indoor-Sports-Center insbesondere für Mannschaftssportarten wie Hallenfußball, Handball, Hockey, Basketball oder Volleyball. Ergänzt würde das Konzept für den Baakenhafen beispielsweise durch ein Gesundheitshotel, einen Fitness- / Wellnessclub oder eine Seesauna mit Blick auf den Baakenhafen oder die Elbe.

Die sportliche Nutzung des Stadtteils gestaltet sich also ebenso urban wie maritim und wird dadurch wesentlich von den für die gesamte HafenCity bestimmenden Einflüssen geprägt.