Luftbild des HafenCity-Gebietes

Quartiere

Kreativ- und Kulturquartier Oberhafen

Südlich des Oberhafens wird in zentraler Lage ein dynamisches Kultur- und Kreativquartier – im Osten auch Sportareal – mit neuen Potenzialen für die Stadt Hamburg entstehen

Das Luftbild zeigt das Quartier Oberhafen

Das zentral in Hamburg gelegene Quartier Oberhafen ist mit der übrigen HafenCity gut vernetzt. Es soll später das östlich gelegene Großmarktareal mit einbeziehen und kreative Impulse für die zentralen Quartiere der HafenCity, sowie umliegende Gebiete ausstrahlen. (© Kuhn / Fotofrizz) Bilderserie starten

Derzeit ist das Areal zwar noch gewidmete Bahnfläche, und die Gebäude werden noch bis 2015 überwiegend für Logistikzwecke genutzt, dennoch gibt es schon seit gut zehn Jahren Kreativnutzer im Quartier, und es finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt. Das gesamte Quartier ist somit der Nukleus eines Kreativ- und Kulturstandortes, der mit der übrigen HafenCity, aber auch mit Rothenburgsort, der City Süd und den dort neu entwickelten Kulturaktivitäten sowie der Museumsmeile gut vernetzt werden kann. Hierfür wird der „normale“ Entwicklungsprozess der HafenCity „auf den Kopf“ gestellt: Statt einer städtebaulichen Neukonzeption ist die neue und intensivierte Nutzung der Bestandsgebäude Ausgangspunkt einer Neupositionierung mit Mitverantwortung, die schrittweise durch einen Transformationsprozess erfolgt. Dabei wird an die überwiegend eingeschossigen Güterhallen angeknüpft und die Grundstücke nicht verkauft. Diese bleiben dauerhaftes Eigentum des Sondervermögens Stadt und Hafen (HafenCity Hamburg GmbH), nicht zuletzt, um die Entwicklung im Interesse Hamburgs gestalten zu können.

Dialogorientierte Entwicklung

Die möglichen Entwicklungsoptionen für das Quartier werden im Laufe eines intensiven Dialogprozesses erarbeitet. Ein langer zeitlicher Entwicklungsrahmen von bis zu einem Jahrzehnt bildet dafür die Grundlage. Während der gesamten Entwicklungsphase kooperiert die HafenCity Hamburg GmbH eng mit der Hamburg Kreativ Gesellschaft mbH. Gleichzeitig findet ein reger Ideenaustausch mit Kreativunternehmen, Kulturschaffenden und vielen anderen Interessierten statt. Seit den ersten Impulsen des internationalen Auftaktsymposiums im Frühjahr 2011 sind viele weitere Veranstaltungen und Diskussionen gefolgt.

Auch der Oberhafen e. V. setzt sich für die behutsame und nachhaltige Entwicklung des Quartiers zu einem lebendigen Kunst-, Kultur- und Kreativstandort ein. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Schaffung von optimalen Rahmenbedingungen für kreatives Arbeiten im Quartier Oberhafen zu unterstützen.

Chancen für Kultur und Kreativwirtschaft

Lang gestreckte Lagergebäude und mehrstöckige Kopfbauten prägen bis heute das Erscheinungsbild. Durch die Umnutzung der bislang fast vollständig vermieteten und überwiegend von einer Logistikfirma genutzten Bauten erhalten diese einen stark öffentlichen Charakter. Allerdings sind dafür neue Nutzungsgenehmigungen und erhebliche Modernisierungen ebenso erforderlich wie ein objektbezogener Hochwasserschutz. Wohnnutzungen ließen sich aufgrund der Überflutungsgefahr allenfalls in Neubauten mit hochwassergeschützter Anbindung realisieren. Neubauten können die Altbauten mittelfristig ergänzen, und private oder genossenschaftliche Investitionen können erfolgen, sofern neue Gebäude kulturellen und kreativwirtschaftlichen Zwecken dienen und wie die Altbauten relativ preisgünstig weitervermietet werden.

Durch die Mischung von Neu und Alt können bis zu 500 Arbeitsplätze in verschiedenen Kultur- und Kreativwirtschaftsbranchen geschaffen werden. Darauf aufbauend soll ein dauerhaftes kreatives Milieu entstehen, das später auch das östlich gelegene Großmarkt-areal einbeziehen könnte. Gleichzeitig werden kleine gastronomische sowie Ausstellungs- und Präsentationsflächen die öffentliche Funktion des Quartiers stärken und die Integration des Quartiers in die weitere HafenCity befördern.

Wegen der komplexen Ausgangsbedingungen wurde erstmals Anfang 2012 mit einem Interessenbekundungsverfahren ein Nutzungskonzept für eine frei gewordene, 600 m2 große Fläche gesucht, das in der Initialphase zur Etablierung und Prägung des neuen Kultur- und Kreativwirtschaftsstandort beiträgt. Aus den 15 eingereichten Konzeptvorschlägen wählte eine interdisziplinäre Jury die „Hanseatische Materialverwaltung“ aus. Das erfolgreiche Konzept stattet Hamburger Kultureinrichtungen, öffentliche Schulen, Universitäten, Vereine aber auch engagierte Bürger mit Requisiten und Kulissen für soziale, ökologische oder kreative Projekte aus. Im Herbst 2013 wurden zusätzliche 6.000 m2 Fläche für Kreativnutzer ausgeschrieben, die Nutzungsaufnahme ist ab Mitte 2014 vorgesehen. Weiterhin werden ab 2014 über 1.000 m2 durch die HafenCity Universität genutzt. Die HCU richtet hier studentische Studios und Ateliers sowie Experimentier-, Kreativ- und Begegnungsflächen ein.

Sportplatz direkt am Wasser

Obwohl die kulturelle und kreative Nutzung am Oberhafen einen wichtigen Schwerpunkt bildet, bietet das Quartier dort, wo es nicht bebaut ist, auch Möglichkeiten für vielfältige Sport- und Freizeitaktivitäten. Ab 2015 werden direkt am Ufer des Oberhafens auf ehemaligen Gleisflächen öffentliche Sportanlagen für verschiedene Sportarten angelegt, dazu gehört auch ein Fußballplatz. Die Anlagen sollen insbesondere Kindern und Jugendlichen aus der Innenstadt und der HafenCity zur Verfügung stehen und können auch von Vereinen genutzt werden. Dem Gymnasium und den beiden Grundschulen der HafenCity steht das Areal zudem für den Schulsport zur Verfügung.

Quartiersprofil

  • Größe 8,9 ha
    Gesamt BGF: 25.000 m² (Bestand)

  • Arbeitsplätze und gewerbliche Nutzungen
    Arbeitsplätze: ca. 500
    Nutzungen: Kreativ- und Kulturwirtschaft, Gastronomie

  • Besondere Einrichtungen
    Sportflächen im Osten ab 2015

  • Entwicklungszeitraum
    Entwicklung ausgehend von den Bestandsbauten mit eventuell hinzukommenden Neubauten, detaillierte Konzeption im Rahmen eines intensiven Dialogprozesses

  • Fertigstellung
    schrittweise Umsetzung

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