Wohnen
Für jeden etwas: soziale Infrastruktur im Stadtteil
Ob sportlich, spirituell oder familienfreundlich – in der HafenCity ist bereits eine vielfältige soziale Infrastruktur entstanden. Weitere Angebote werden jetzt entwickelt, bestehende wachsen mit dem Stadtteil
Pastorin Antje Heider-Rottwilm hat mit der temprären Kapelle am Großen Grasbrook einen ersten Ort der Ruhe in der HafenCity geschaffen (© ELBE&FLUT) Bilderserie starten
Für manche Menschen mag der Begriff Work-Life-Balance nur ein Modewort darstellen, doch Margit Werner weiß, dass dahinter ein vor allem für viele Familien entscheidendes Konzept steht. Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern bietet sie eine Dienstleistung, die es Eltern ermöglicht, Familie und Beruf auf verantwortungsvolle Weise miteinander zu vereinbaren und dabei den hohen Ansprüchen beider Lebenswelten gerecht zu werden.
Margit Werner leitet die pme Familienservice GmbH in Hamburg sowie Norddeutschland. Das Unternehmen entwickelt und realisiert innovative Konzepte der Kinderbetreuung; es betreibt zum Beispiel bundesweit betriebsnahe Kitas. Jetzt bietet es seine Dienstleistungen auch in der HafenCity an: Im neuen Gebäude der Katharinenschule stellt es am Sandtorpark die Hortbetreuung für 70 Schulkinder und betreut bis zu 12 Kinder ansässiger Unternehmen in einer Kinderkrippe.
Außerdem ist ein angegliederter "Backup-Service" vorgesehen. Kinder von Mitarbeitern kooperierender Betriebe sowie aus der benachbarten Kita können hier rund um die Uhr betreut werden, beispielsweise wenn kurzfristig der Babysitter absagt oder unerwartet ein dringender dienstlicher Termin anberaumt wird. Margit Werner möchte die Verbindung zur HafenCity noch verstärken: "Wir als Unternehmen würden gern mit einem eigenen Büro in den Stadtteil ziehen, um das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor Ort noch besser platzieren zu können."
Den mittlerweile rund 1.500 Bewohnern der HafenCity – das erste komplette Quartier wurde 2009 fertiggestellt – steht bereits jetzt eine vielfältige soziale Infrastruktur zur Verfügung. Neben familienfreundlichen gehören dazu beispielsweise auch spirituelle Angebote. So leitet die Pastorin Antje Heider-Rottwilm das neue Projekt Brücke – Ökumenisches Forum HafenCity.
18 christliche Kirchen haben sich zu dieser deutschlandweit einmaligen Initiative zusammengeschlossen. In einer kleinen temporären Kapelle auf dem Großen Grasbrook wird bereits zu Gebetszeiten, Gesprächsforen und anderen Veranstaltungen eingeladen. "Vor allem aber ist die Kapelle ein Raum der Ruhe", erklärt Heider-Rottwilm. Genutzt wird sie nicht nur von Menschen, die in der HafenCity wohnen oder arbeiten; auch Touristen suchen und finden hier Stille.
Bis 2012 soll im Elbtorquartier ein eigenes Gebäude für die "Brücke" entstehen. Im Erdgeschoss des Gebäudes werden die ökumenische Kapelle, das Weltcafé ElbFaire sowie Veranstaltungsräume und ein kirchliches Info-Center Platz finden. In den darüber liegenden Stockwerken wird generationenübergreifendes und gemeinsames Wohnen ermöglicht. Auch Heider-Rottwilm wird hier einziehen; bisher wohnt sie mit ihrem Mann Martin sowie Dörte und Ludwig Massow, zwei weiteren Mitgliedern des ökumenischen Laurentiuskonvents, am Kaiserkai. "Das Projekt ist auch deshalb so spannend, weil es gezielt als Antwort auf diesen neuen einzigartigen Stadtteil entwickelt wurde", betont die Pastorin.
Offenbar fordert die HafenCity viele Bewohner, Beschäftigte und Besucher dazu heraus, selbst aktiv zu werden und etwas Neues und Eigenes zu entwickeln. Matthias und Bärbel Czaja engagieren sich ebenfalls in ihrer neuen Nachbarschaft: Der Justizwachbeamte trainiert in seiner Freizeit die Fußball-Jugend des Störtebeker SV, und Bärbel Czaja treibt im Elternrat die Weiterentwicklung der Katharinenschule voran.
Was die beiden zu diesem Einsatz motiviert? "Ich war schon vorher in Bergedorf Trainer und Jugendleiter, dann mache ich das eben auch beim Störtebeker SV“, erklärt Matthias Czaja ganz hanseatisch-trocken und verschweigt fast, dass er auch zu den Mitbegründern des HafenCity-Sportvereins gehört. Zweimal in der Woche trainiert Czaja mit rund 15 Kindern jetzt Dribbeln und Toreschießen, Teamgeist und Fairplay, hinzu kommen Spiele an den Wochenenden. Sportliche Erfolge haben die jungen Kicker auch schon vorzuweisen und selbst wenn die mal bei einem Spiel ausbleiben, hat der Trainer Trost parat: Wie auch für sein Engagement in der HafenCity gelte auf dem Fußballplatz: "Hauptsache, wir sind dabei!"







