Navigation überspringen

Nachhaltigkeit

Die HafenCity leistet in unterschiedlichsten Bereichen große Beiträge zur Nachhaltigkeit

Das Anhalten der globalen Erderwärmung, der Schutz von Artenvielfalt und die Bewältigung einer Vielzahl weiterer ökologischer Herausforderungen wird nur dann gelingen, wenn Haushalte und Unternehmen in die Lage versetzt werden, Lebensstile und Wirtschaftsmuster durch passende ökonomische Rahmenbedingungen und entsprechende Infrastrukturen nachhaltig zu gestalten. Der Entwicklung von Städten kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu, da 77 Prozent der in Deutschland lebenden Bevölkerung sich in städtischen Ballungsräumen konzentriert. Da der Großteil unserer Städte bereits gebaut ist und sich der Bestand nur schrittweise anpassen kann, ist die Bedeutung von sich in der Planung oder im Bau befindlichen Quartieren nochmals um ein Vielfaches höher. 

Einen Beitrag zur Nachhaltigkeit der HafenCity leisten dabei nicht nur Städtebau und Infrastruktur, sondern auch jedes einzelne Gebäude. Schon alleine die finanzielle Höhe von ca. 10 Mrd. Euro Investment von Bauherr:innen im Gegensatz zu ca. 3 Mrd. Euro öffentlichen Aufwendungen zeigt die entscheidende Bedeutung der entstehenden Immobilien für die ökologische, aber auch soziale und kulturelle Qualität des Stadtteils. Da zu Beginn der Entwicklung aufgrund einer intelligenten, vorlaufenden Ankaufsstrategie von Bestandsimmobilien die meisten Grundstücke im Bereich der HafenCity in städtischem Besitz waren, kann seither die Vergabe der Grundstücke an Bauherr:innen über den Anhandgabeprozess und Konzeptausschreibungen als zentraler Steuerungsmechanismus genutzt werden. Unter anderem wird auf diesem Wege in der HafenCity eine hohe Architekturqualität, Erdgeschossflächen für Einzelhandel und Kulturnutzungen, diversifizierte Wohnraumangebote mit Preisdifferenzierung, Gemeinschaftsflächen und die finanzielle Last des Quartiersmanagements gesichert. Im Folgenden sollen die ökologischen Nachhaltigkeitsaspekte im Vordergrund stehen. Dazu zählt der hohe Baustandard des Umweltzeichen HafenCity und darüberhinausgehende Pilotprojekte, die nachhaltige Wärmeenergieversorgung und das Smart Mobility Konzept.

Umweltzeichen HafenCity und die künftige Nachhaltigkeitszertifizierung

Die mit dem Umweltzeichen HafenCity zertifizierten Gebäude sind Vorbilder und Wegbereiter der Transformation zum nachhaltigen Bauen. Sie setzen Standards und geben bereits heute Antworten auf wichtige Zukunftsthemen. Die nachhaltigen Gebäude haben beispielsweise durch ihre hohe Energieeffizienz geringere Betriebs- und Unterhaltskosten und somit Vorteile bei Vermietung und Verkauf. Die Zertifizierung macht diese Vorteile für alle Akteur:innen, also Eigentümer:innen, Mieter:innen und Nutzer:innen, sichtbar.

Schon seit 2007 vergibt die HafenCity Hamburg GmbH mit dem Umweltzeichen HafenCity ein eigenständiges Zertifikat für nachhaltiges Bauen. Seit 2010 war eine Zertifizierung Voraussetzung für die Anhandgabe von Grundstücken. Ab dem Jahr 2017 wurde mit der Version 3.0 des Umweltzeichens die höchste Auszeichnungsstufe Platin für alle neuen Gebäude in der HafenCity verpflichtend. Schon sehr früh hat die HafenCity Hamburg GmbH damit die Entwicklung innovativer klimaschonender Gebäudelösungen unterstützt und gefordert. Sie hat damit maßgeblich dazu beigetragen, Nachhaltigkeitsgedanken in der Immobilienwirtschaft zu verankern und die Nachhaltigkeitsstandards auf ein immer höheres Niveau zu heben.  

Zentrales Ziel der verpflichtenden Nachhaltigkeitszertifizierung ist die Reduzierung des CO2-Verbrauchs bei Herstellung, Betrieb und Rückbau der Gebäude. Zusätzlich spielen die Gesundheit und Behaglichkeit und der Komfort im und am Gebäude ebenso wie der Umgang mit den natürlichen Ressourcen des Umfeldes eine Rolle. Die Nachhaltigkeitsanforderungen sind auch seit der letzten Überarbeitung des Umweltzeichens im Jahr 2017 stetig weiterentwickelt worden. So entstehen in den jüngsten HafenCity-Quartieren Elbbrücken und Strandkai zunehmend Gebäude, die die Lebenszyklusbetrachtung der CO2-Emissionen noch einmal deutlich über das Maß der Platinzertifizierung hinaus weiterführen. Dabei geht es insbesondere um eine Senkung der sogenannten grauen Energie. Diese graue Energie, notwendig zur Errichtung eines Gebäudes, umfasst die aufgewendeten Energien zur Materialgewinnung, der Produktion von Bauteilen, den Transport von Maschinen, Bauteilen und Materialien zur Baustelle sowie den Einbau von Bauteilen.

So entstehen Gebäude aus Holz, aus einer Mischung aus Holz und Beton, sowie in Beton sparender Konstruktionsweise. Dabei kommen nachwachsende Rohstoffe, recycelte Baumaterialien und CO2-reduzierter Stahl zum Einsatz. Durch die Dokumentation der eingesetzten Materialien und deren Trennbarkeit beim Rückbau wird ein späteres Recycling und eine Wiederverwendung der Materialien der neuen Gebäude ermöglicht. Die HafenCity Hamburg GmbH selbst errichtet derzeit ihren neuen Unternehmenssitz als Null Emissionshaus, das im Lebenszyklus CO2-neutral sein wird. Diese Projekte nehmen, auch angestoßen durch die Nachhaltigkeitsbestrebungen der HafenCity Hamburg GmbH, eine insgesamt beispielhaft wegweisende Rolle in Bezug auf ein umfassendes Nachhaltigkeitsverständnis ein.

Bezüglich der Indikatoren und der Nachweismethoden ähnelt das Umweltzeichen HafenCity dem erfolgreichen Zertifizierungssystem der 2007 gegründeten Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB), zu deren Gründungsmitgliedern die HafenCity Hamburg GmbH gehört. Das DGNB Zertifikat bewertet die Nachhaltigkeit von Gebäuden ebenfalls über den kompletten Gebäudelebenszyklus hinweg.

Vor dem Hintergrund des hohen erreichten Standards des DGNB Zertifikats, den umfassenden Verknüpfungen mit nationalen und internationalen Förderkulissen und den etablierten Nachhaltigkeitskriterien auf den europäischen Kapitalmärkten, ist die Pflege eines auf einen lokalen Markt beschränkten Umweltzeichens trotz seiner Wirksamkeit in der Vergangenheit zunehmend weniger sinnvoll. Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und die HafenCity Hamburg GmbH kooperieren daher bei der Entwicklung eines gemeinsamen, vollumfänglich auf dem bekannten DGNB System basierenden Zertifikats.  

Die neue Zertifizierung fußt auf einer speziellen Konfiguration der Kriterien des etablierten DGNB Kriterienkatalogs in der kommenden Version 2023 und ist abgestimmt auf die besonderen Anforderungen der Entwicklungsgebiete HafenCity, Billebogen, Grasbrook und Science City Hamburg Bahrenfeld. Wesentliche Elemente des bisherigen Umweltzeichens HafenCity werden aufgenommen und weiterentwickelt.  

Bauherr:innen und Entwickler:innen erhalten somit in Zukunft ein international anerkanntes und ambitioniertes Nachhaltigkeitszertifikat, das auf das innerstädtische Umfeld der vier Stadtentwicklungsvorhaben in Hamburg zugeschnitten ist. Durch die Kooperation von DGNB und HafenCity Hamburg GmbH gelingt es, den mit dem bisherigen Umweltzeichen HafenCity eingeschlagenen Transformationspfad erfolgreich weiterzugehen.

Mit der Veröffentlichung des neuen gemeinsamen Zertifikats der HafenCity Hamburg GmbH und der DGNB im Frühjahr 2023 wird das Umweltzeichen HafenCity in seiner jetzigen Form als selbständiges und eigenes Nachhaltigkeitszertifizierungssystem abgelöst. Das Umweltzeichen HafenCity wird von da an nur noch im Zusammenhang mit bestehenden Verträgen weitergeführt, um den Bauherr:innen eine Kontinuität in der Bearbeitung zu ermöglichen.

Grüne Wärmeenergie

Um die hohen energetischen Anforderungen an die Gebäude auch infrastrukturell zu ermöglichen, müssen sich sämtliche Gebäude der HafenCity an zwei Fernwärmenetze privater Netzbetriebe anschließen. In der westlichen HafenCity ist dies das Hamburger Fernwärmenetz der Firma Vattenfall, das in der HafenCity noch ergänzt wird durch Solarthermie (1.800 m² solarthermische Anlagen auf den Dächern der westlichen Quartiere decken 40 Prozent des dortigen Warmwasserbedarfs) sowie weiteren CO2-senkenden Erzeugungsanlagen (etwa einer Dampfturbine im Heizwerk HafenCity). Schon seit 2002 ermöglicht das einen effizienten Energiemix der sich mit einer CO2-Emission von 175 g/kWh von der „klassischen“ umweltstandardgerechten erdgasbasierten Wärmeversorgung abhebt: diese produziert eine durchschnittliche CO2-Emission von 240 g/kWh.

In der östlichen HafenCity ermöglicht ein modular aufgebautes dezentrales Nahwärmeversorgungsnetz sogar CO2-Emissionswerte von lediglich noch max. 70 g/kWh, die vertraglich gesichert sind. Die tatsächlichen CO2-Emissionswerte liegen noch darunter, nach derzeitiger Planung bei ca. 35 g/kWh. Das Konzept zeichnet sich maßgeblich durch die Verwendung emissionsfreier industrieller Abwärme und erneuerbarer Energien aus. Der Anteil der Abwärme am Verbrauch liegt bei etwa 90%. Ein modernes, mit bilanziellem Biomethan betriebenes Blockheizkraftwerk im Oberhafen deckt in effizienter Kraft-Wärme-Kopplung einen Teil des verbleibenden Wärmebedarfs – lediglich die Spitzenlast wird durch konventionelle gasbetriebene Heizkessel erzeugt. Die industrielle Abwärme kommt aus der nahegelegenen Kupferhütte Aurubis, wo überschüssige Wärme aus der Abgasreinigung nun nicht mehr ungenutzt in die Elbe geleitet wird. Eine weitere Energiezentrale auf der Peute sorgt mit Pufferspeichern und Heizkesseln dafür, dass die stark schwankende Abwärme gleichmäßig und gesichert abrufbar ist. Der Primärenergiefaktor liegt bei 0,17. Dadurch werden allein in der östlichen HafenCity im Vergleich mit einer erdgasbasierten Wärmeversorgung im Endausbau rund 12.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart.

Smart Mobility

Das Mobilitätskonzept der HafenCity priorisiert nicht nur aus ökologischen Gründen, sondern auch zur Steigerung der stadträumlichen Qualitäten den Fuß- und Radverkehr und den öffentlichen Personennahverkehr (U-Bahn, S-Bahn, Busse und Fähren). Dazu gehört auch das Ziel den PKW-Besitz in der HafenCity substantiell zu senken. Zum einen kann so der Bauaufwand zur Herstellung großer Tiefgaragen und der Bedarf von Stellplätzen im öffentlichen Raum gesenkt werden. Zum anderen nutzen Personen, die aus verschiedensten Gründen auf einen PKW angewiesen sind und ein Auto besitzen, dieses dann für die allermeisten Wege. Da der Besitz eines privaten PKWs mit hohen Fixkosten einhergeht, fallen die zurückgelegten Wege in der Stadt nicht wesentlich ins Gewicht. Das Lösen einer Fahrkarte hingegen wird als Zusatzkosten wahrgenommen. 

Das Smart Mobility Konzept der östlichen HafenCity möchte es daher den Bewohner:innen und den Beschäftigten ermöglichen, auf ein privates Fahrzeug zu verzichten und situativ die Abwägung zwischen Fahrrad, öffentlichem Verkehr und Carsharing zu treffen. In den Tiefgaragen der privaten Gebäude wird auf Basis der einzelnen Grundstückskaufverträge ein quartiersübergreifendes stationsbasiertes Carsharing-System als verlässliches Angebot für alle Bewohner:innen und Beschäftigten eingerichtet. Ein solches Angebot trägt nicht nur dazu bei, den fließenden wie ruhenden Pkw-Verkehr zu verringern, es steigert auch Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum durch weniger CO2-Emissionen und geringere Lärmbelastung.

Download

Smart Mobility HafenCity

Broschüre über das Mobilitätskonzept und das innovative CarSharing System in der östlichen HafenCity
April 2020, 58 Seiten

No content