Mobilität
Zukunftsorientierte Mobilität als Bestandteil nachhaltiger Stadtentwicklung
Das Mobilitätskonzept der HafenCity setzt überwiegend auf den öffentlichen Personennahverkehr, das Fahrrad und Wege zu Fuß. Auf diese Weise gibt es optimale Bedingungen, den Bedarf für private PKWs zu reduzieren. Ein innovatives, stationsbasiertes und quartiersübergreifendes CarSharing-System liefert dazu ebenfalls Anreize. In den östlichen Quartieren – Baakenhafen und Elbbrücken – werden grundsätzlich weniger private Stellplätze realisiert: maximal 0,4 pro Wohneinheit.
Insgesamt liegt die PKW-Dichte mit 239 auf 1.000 Einwohner:innen im Mittelfeld der innerstädtischen Stadtgebiete – zwischen Altona-Altstadt (218) und Eimsbüttel (246). Höher ist die Dichte in Rotherbaum (308) oder Harvesthude (368) (Stand Ende 2024). Nicht zuletzt legt die Statistik nahe, dass das Angebot an Ladestationen in den Tiefgaragen Wirkung zeigt: Von den privaten PKWs in der HafenCity sind fast 60 Prozent elektrisch betrieben. Hamburgweit liegt der Anteil gerade einmal bei fünf Prozent.
Die umweltfreundliche Mobilität in der HafenCity beginnt jedoch bereits mit der Stadtstruktur. Die intensive Nutzungsdichte, das feingliedrige Netzwerk an öffentlichen Wegen und Promenaden, die hervorragende ÖPNV-Anbindung sowie die qualitativ hochwertigen Stadträume der HafenCity bewirken gemeinsam, dass eine Vielzahl individueller Wege zum Arbeitsort, zum Einkaufen oder in der Freizeit deutlich verkürzt werden. So entsteht eine „Stadt der kurzen Wege“.
Öffentlicher Nahverkehr
Die gute ÖPNV-Anbindung wird insbesondere durch die U-Bahnlinie U4 gewährleistet. Im Dezember 2012 ging die direkte Verbindung zwischen Jungfernstieg und der Haltestelle Überseequartier in Betrieb. Im August 2013 folgte die zweite Haltestelle HafenCity Universität. Seit Dezember 2018 führt sie einmal quer durch die gesamte HafenCity bis zur neuen Haltestelle Elbbrücken, an der seit Dezember 2019 auch die S-Bahnlinien S3 und S31 aus Richtung Harburg halten.
Die Verknüpfung von U- und S-Bahn verbessert nicht nur die Erschließung der östlichen HafenCity, sondern verlagert auch einen Teil der Straßenverkehre vom Süden in die Hamburger City auf die Schiene. Der Bahnhof Elbbrücken erschließt die gesamte östliche HafenCity, den entstehenden Elbtower sowie Teile des nordwestlich gelegenen Stadtteils Rothenburgsort sowie den Billebogen und den Grasbrook. Mit der Entwicklung des neuen Stadtteils Grasbrook wird die U4 über die Norderelbe verlängert. Die künftige Haltestelle Moldauhafen wird voraussichtlich ab dem Jahr 2031 auch für den Nachbarstadtteil Veddel gut erreichbar sein. Ergänzt werden U- und S-Bahn durch mehrere Buslinien sowie den Fährverkehr, deren beider Endpunkte sich im Laufe der Entwicklung weiter in Richtung Osten verschieben.
Zu Fuß und per Rad
In der HafenCity findet sich, ebenfalls dank der Stadtstruktur, ein engmaschiges Netz aus Fuß- und Radwegen. Ergänzt wird dieses durch die große Anzahl an Brückenverbindungen. Promenaden, Plätze und Gehwege werden barrierefrei gestaltet. Dafür arbeitet die HafenCity Hamburg GmbH mit Experten und Verbänden zusammen – zum Beispiel um den Herausforderungen von Menschen mit Sehbehinderungen gerecht zu werden.
Radfahrende finden Radfahr- und Schutzstreifen, Fahrradstraßen und straßenbegleitende Radwege. Mit Rücksicht auf Menschen, die zu Fuß unterwegs sind – sind auch die Promenaden befahrbar. Manche Quartiersstraßen sind für einen Mischverkehr von Fahrrädern und PKWs ausgelegt. Wer spontan einen „Drahtesel“ benötigt, wird an den insgesamt 13 StadtRAD-Entleihstationen fündig.
Übergeordnet können über die Veloroute 10 auch weiter entfernte Ziele im Hamburger Süden und über den Elbradweg im Hamburger Osten erreicht werden. Mitte 2026 wird die bereits eingehobene Fuß- und Radwegbrücke nach Entenwerder eröffnet. Sie verbindet die HafenCity auf direktem Wege mit dem Naherholungsgebiet.
Wenn die Fahrt beendet ist, finden Radelnde mehr als 600 Abstellbügel an über 100 Orten. Ein höheres Maß an Sicherheit und Wetterschutz bieten nicht nur die in den Gebäuden enthaltenen privaten Abstellräume, sondern auch die öffentliche Bike+Ride-Abstellanlage an den Elbbrücken. Im südlichen Überseequartier sind rund um das Westfield Hamburg-Überseequartier und das Cruise Center HafenCity mehr als 3.000 Fahrradstellplätze entstanden – 1.230 davon in einem öffentlichen Fahrradparkhaus.
Auch mit zukunftsweisenden Bauvorhaben wird die aktive Mobilität befördert. So wird das Null Emissionshaus in der zentralen HafenCity mit geplanter Fertigstellung 2027 gar keine Pkw-Stellplätze mehr vorhalten, dafür aber 150 Stellplätze für Fahrräder.
Barrierefreiheit
Mithilfe von Rampen sind die Freiräume der HafenCity trotz des Geländegefälles auch für Menschen mit Kinderwägen, Rollatoren oder Rollstühlen zugänglich. U-und S-Bahnstationen sind mit Aufzügen ausgerüstet. Orientierungshilfen für Menschen mit Sehbehinderung wurden auf öffentlichen Wegen ebenfalls angebracht. Viele Maßnahmen erfolgten in Zusammenarbeit mit Betroffenen-Verbänden.
Quartiersübergreifendes CarSharing
Für die Bewohner:innen und Beschäftigten der Quartiere Baakenhafen und Elbbrücken wurde ein deutschlandweit einzigartiges stationäres CarSharing-Angebot konzipiert. Die größtenteils elektrisch fahrende Flotte, die von cambio CarSharing betrieben wird, ist direkt in den Tiefgaragen der Wohn- und Bürogebäude zu finden. In den schon fertiggestellten Tiefgaragen stellt cambio bereits einige Fahrzeuge zur Verfügung. Mit der zunehmenden Entwicklung der östlichen HafenCity wächst das Angebot mit der Nachfrage auf. Die Buchung der Fahrzeuge erfolgt vollständig digitalisiert – einschließlich des Zugangs zu privaten Tiefgaragen, auf die sich die Stellplätze verteilen.
Zum nachhaltigen Mobilitätskonzept gehört zudem die Förderung von Elektromobilität: Geladen wird zu 100 Prozent zertifizierter Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Eine wichtige Voraussetzung hierfür: Bereits 2017 wurden verbindliche Mindestvorgaben für die Vor- und Ausrüstung der Tiefgaragen mit Ladeinfrastruktur in das ebenfalls verpflichtende Gebäude-Zertifizierungssystem Umweltzeichen HafenCity integriert.
Das CarSharing-System trägt insgesamt dazu bei, den fließenden wie ruhenden Pkw-Verkehr zu verringern. Darüber hinaus wird der Bauaufwand zur Herstellung großer Tiefgaragen und der Bedarf von Stellplätzen im öffentlichen Raum gesenkt, was die Aufenthaltsqualität erheblich steigert und den ökologischen Fußabdruck der Gebäude reduziert. In der östlichen HafenCity entsteht so ein Reallabor zur Erprobung wegweisender, innovativer Mobilitätskonzepte.