Städtebau
Die Mischung macht’s
Städtebau und Funktionsmischung in der HafenCity
Der Masterplan 2000 und seine Überarbeitung für die östliche HafenCity 2010 bildet die Grundlage der städtebaulichen Planung der HafenCity. Nach mehr als einem Vierteljahrhundert hat er seine Gültigkeit nicht verloren und wird im Laufe der Entwicklung immer noch weiter verfeinert.
Der Masterplan trifft Grundaussagen zu Verkehr, Hochwasserschutz und Freiraumplanung. Die Architektur der Gebäude wird erst später individuell gestaltet. Wettbewerbe sichern dabei die Vielfalt an Ideen.
Es geht jedoch nicht nur um die Form und das Aussehen von Gebäuden, sondern auch um das, was in ihnen steckt. Hier wurde die HafenCity durch eine intensive Mischung verschiedener Nutzungen geprägt: Arbeiten, Wohnen, Bildung, Kultur, Freizeit, Tourismus und Einzelhandel gehören dazu. Die Integration des Wohnens war dabei jedoch für die Weiterentwicklung der Hamburger Innenstadt von besonderer Bedeutung. Ein diverses Wohnraumangebot findet sich fast überall in der HafenCity. Bei Fertigstellung verdoppelt die HafenCity mit einer prognostizierten Bewohnerschaft von rund 16.000 Menschen das gesamte Wohnraumangebot der Innenstadt.
Wohnen und andere Nutzungen
Am Beispiel des Baufelds 70 lässt sich die Durchmischung von Wohnen und anderen Nutzungen besonders gut veranschaulichen. Auf vergleichsweise engem Raum sind hier vier unterschiedliche Wohnformen entstanden: genossenschaftlicher Mietwohnungsbau, freifinanzierte Miet- und Eigentumswohnungen sowie ein soziales Wohnprojekt zur Förderung von Inklusion. In den Erdgeschossen ergänzen vielfältige Angebote das Quartier – darunter Kindertagesstätten, Gemeinschaftsräume für Anwohnende, Restaurants und Arztpraxen.
Belebte Erdgeschosse
Für einen lebendigen Stadtteil spielen attraktive Erdgeschosse eine wichtige Rolle. In der HafenCity wurde ihnen eine besondere bauliche Höhe von 5 Metern zugewiesen. Das war die strukturelle Voraussetzung, sie vielfältig zu bespielen - nicht nur mit Einzelhandel, sondern beispielsweise auch mit Ausstellungen, Handwerk oder hybriden Konzepten. Am Anfang wurde diese Vorgabe seitens der HafenCity Hamburg GmbH kontrovers aufgenommen, wurde aber im bald zu einem der Schlüssel zum Erfolg.
Hochwasser- und Lärmschutz
Die HafenCity ist ein Konversionsprojekt, bei dem ehemalige Hafen- und Industrieflächen zu einem lebendigen Stadtquartier umgewandelt werden. Damit Wohnen hier möglich überhaupt möglich wurde, musste der Hochwasserschutz für das Gebiet, das sich außerhalb des Hamburger Hauptdeiches befindet, neu entwickelt werden. Die Lösung basiert auf einem Warft-Konzept mit künstlich erhöhten Straßen und Rettungswegen, das den Bezug zum Wasser dennoch weiter erlaubt. Ein weiteres wichtiges Thema waren Emissionen aus dem weiterhin aktiven Hafen sowie den umliegenden Verkehrstrassen. Hier wurden viele innovative Maßnahmen angeschoben, zum Beispiel das „HafenCity-Fenster, das die HafenCity Hamburg GmbH zusammen mit dem Umweltbundesamt entwickelte. Durch ihre spezielle Laibung ermöglichen diese Fenster eine natürliche Belüftung bei deutlich reduzierter Lärmbelastung. Ergänzend regelt die Hafenplanungsverordnung die Lärmemissionen des Hafens gegenüber der HafenCity. Zusammen mit einer Gebäudeplanung, die lärmempfindliche Räume vom Hafen abwendet, wird so ein ausgewogenes Nebeneinander von Hafen und Stadt gewährleistet.